Krommer vs. Wörner – ein Duell um die Digitale Bildung, das keines war

#BayernEDU

Sie werden von diesem Artikel enttäuscht sein, wenn Sie Freund von zwischenmenschlichen Scharmützeln, Debatten unter der Gürtellinie oder rein polemischen Diskursen sind. Denn all das war es nicht, was sich am letzten Montag (13.11.) an der FAU Erlangen-Nürnberg abspielte.

Gerne war ich der Einladung Axel Krommers, DEM advocatus diaboli in Sachen Digitale Bildung im deutschsprachigen Raum, gefolgt, meine Idee von digitalem Deutschunterricht in seinem Seminar „Deutschunterricht unter den Bedingungen der Digitalisierung“ vorzustellen. Und das obwohl mir manche abgeraten, andere mir wieder Mut gemacht hatten. Zu weit schienen unsere #BayernEdu-Praxis-Konzepte von der von vielen Twittervordenkern erwünschten „Digitalen Bildung“ entfernt. Letztlich mussten sich einige von uns sogar den Vorwurf gefallen lassen, dass sie z. B. im Rahmen des Flipped Classrooms eine Art „palliative Didaktik“ betreiben würden. Darunter versteht Axel Krommer u. a., dass das Abspielen von Lernvideos eher den traditionellen Frontalunterricht unterstützt und zudem überholte didaktische Ideen unbewusst immer weiter tradieren. Kurz:…

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Möglichkeiten und Risiken des Unterrichtens mit digitalen Medien – Fazit nach 1 Jahr

Nach einem Jahr Leitung der 1. Tabletklasse am Clara-Fey-Gymnasium  möchte ich ein Fazit in mehreren Thesen, die ich nacheinander veröffentliche, ziehen:

  1. Motivation, Motivation, Motivation! Auch nach einem Schuljahr Unterricht mit einem 2-in-1-Gerät in (fast) allen Fächern bleibt die Motivation der SchülerInnen konstant hoch: Die Lust, mit dem Gerät zu arbeiten, die erweiterten Möglichkeiten digitalen Arbeitens (Links, Fotos, Videos, Standbilder, Textüberarbeitungen, Recherche, usw.) gehören mittlerweile zum selbstverständlichen und unverzichtbaren Repertoire. Die Erfahrung des Netzes als großer, dennoch abrufbarer Wissensspeicher, des Geräts als technische Grundlage eigenen produktiven Arbeitens, die Entdeckung jederzeit möglicher Erweiterungen – dies und vieles mehr hält die SchülerInnen bei der Stange: Niemand möchte mehr zurück in die „Kreidezeit“. Und jede/r LehrerIn weiß um den hohen Wert motivierter SchülerInnen für deren Lernerfolg.

 

2. #zeitgemäße Bildung

 

Den Begriffsvorschlag „zeitgemäße Bildung“ von Dejan Mihajlović verwende ich hier einmal, um auf die Verantwortung von Schule hinzuweisen: Es gibt überhaupt keinen Grund mehr, die „Digitalisierung der Gesellschaft“ auszublenden und so weiterzumachen wie bisher.  Verglichen mit der Erfindung des Buchdrucks – und die Digitalisierung ist mit diesem kulturhistorisch-evolutiven Quantensprung vergleichbar – stehen wir erst am Anfang des 16. Jahrhunderts. Darauf muss Schule reagieren: Neue Arbeitsmittel, neue Arbeitsformen müssen auf veränderte Studien- und berufliche Anforderungen vorbereiten.

 

3. Zentral: die 4 K’s (Kollaboration, Kommunikation, Kreativität, Kritisches Denken)

Sie sollen die Skills des 21. Jahrhunderts sein. Zumindest sind sie zentrale Kompetenzen, die durch die Arbeit mit digitalen Medien in besonderer Weise gefördert werden:

  • Kollaboration (z.B. auf einem Wiki), Lernen mit- und voneinander in einer Weise, wie sie nur mit digitalen Medien möglich ist.
  • Wer meint, es würde nicht mehr miteinander gesprochen, irrt: Der Klassenraum lebt, in den Kleingruppen wird intensiv miteinander kommuniziert. Besonders in der Mittelstufe hilft diese Arbeitsweise SchülerInnen über ihre Scheu, vor großen Gruppen zu sprechen, hinweg. Ergänzend findet die (außerunterrichtliche) Kommunikation über soziale Netzwerke statt.
  • In einer Welt, die  automatisierbare Aufgaben zunehmend den Maschinen überlassen wird, ist menschliche Kreativität  ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal: Sie ist ein Schlüssel zur selbst bestimmten Autonomie. Zentrum der Digitalisierung muss stets der Mensch sein/bleiben:  Die Maschine soll ihm dienen, nicht umgekehrt.
  • Damit zusammen hängt das kritische Denken: Neben dem Lernen mit Medien gilt es stets, das Lernen über Medien, z.B. durch Reflexionen des Medieneinsatzes, zu unterstützen. Ökonomische, z.T. auch politische Bestrebungen zielen auf den willigen Consumer / Bürger, der Mensch muss aber immer auch seiner Würde gemäß die nötige Distanz zur Maschine durch den Einsatz des eigenen Verstandes wahren: Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen – hier ist der alte Kant noch heute aktuell.

4. These: Stärkung eigenständigen Lernens

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Den binnendifferenzierten Unterricht, den die „analoge Schule“ stets zu erreichen versuchte, kann die digitale realisieren: Im Extremfall lernt jede/r SchülerIn z.B. in ihrem/seinem eigenen Tempo, ihren/seinen individuellen Fähigkeiten gemäß, auf ihrem/seinem Lernweg, der anders aussieht als der des Nachbarn. Dazu verhelfen u.a. interaktive Videos und Lernapps, die auf die jeweiligen Antworten der SchülerInnen individuell reagieren, Binnendifferenzierung ist aber auch Ausdruck vielfältiger, von der Lehrperson erteilten Aufgaben, die (in der Schule) zur gleichen Zeit von unterschiedlichen SchülerInnen bearbeitet werden können.

„Früher“ arbeitete die gesamte Lerngruppe in der gleichen Zeit mit den gleichen Methoden und Fragestellungen an derselben Aufgabe, die anschließend gemeinsam besprochen wurde. Unterschiedliche Fähigkeiten, Lerntypen und Arbeitsweisen konnten sich kaum entfalten – diese Möglichkeit bietet nun der Einsatz digitaler Medien.

Diese Arbeitsweise erfordert auf der anderen Seite ein deutliches Plus an Eigenverantwortung. Die Transparenz der Arbeit  auf dem Wiki und seine Versionsgeschichte dokumentieren lückenlos die Aktivitäten aller SchülerInnen und ermöglichen mir Einsichten in ihr Arbeitsverhalten. Meine Erfahrungen zeigen, dass diejenigen sich in dieser neuen Lernumgebung schnell wohlfühlen und sie prägen, die sich auch bisher gut organisieren konnten. Ebenso zeigt sich, dass die entgegengesetzt arbeitenden ca. 15 % der SchülerInnen immer wieder aufgefordert und „ermuntert“ werden müssen, und die große dazwischenliegende Gruppe sich durchaus zusätzlich angetrieben fühlt.

Effiziente Techniken zur Organisation der eigenen Arbeit zu entwickeln, besonders in einer Lebensphase, in der sich neben Schule weitere, subjektiv interessantere Perspektiven ergeben, ist für viele SchülerInnen eine Herausforderung. Strukturieren und Organisieren zeigen sich in der digitalen Schule als fundamental wichtige und folgenreiche Kompetenzen. Eine Hausaufgabe fand sich recht schnell im entsprechenden Heft, die Suche nach der Datei kann sich jedoch endlos gestalten, wenn ich nicht organisiert arbeite. Ein Wiki leitet zum strukturierten Arbeiten an: Übersichtliche Listen, eine überschaubare Anzahl an Werkzeugen, Textfokussierung, geringe Ablenkungsmöglichkeiten tragen dazu bei, relativ leicht den Überblick zu gewinnen und durch konsequentes Arbeiten zu behalten. Ständige Auswertung des Lehrers, seine Pflege des Wikis, bleiben weiterhin notwendig und ermöglichen direkte Eingriffe bzw. individuelle Hinweise und Tipps.

5. These: Eltern wollen das.

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Am Beginn unserer Tabletklassen steht ein Abend gemeinsam mit der Schulleitung, Eltern und Kindern (Siebtklässlern). An diesem Abend wird die Arbeit mit den Tablets vorgestellt und besprochen. Ebenso entscheiden sich die Eltern, ob sie ihren Kindern das Gerät (ca. 200 €) kaufen möchten. Da diese Einwilligung eine Säule unseres Konzepts ist, hat dieser Abend eine entscheidende Bedeutung. Mittlerweile ist es für mich keine Überraschung mehr, dass alle Eltern, bis auf ganz wenige Ausnahmen, dem Einsatz digitaler Medien in der Schule sehr positiv gegenüber stehen. In ihren Berufen sind sie täglich „digital unterwegs“, sie kennen die Bedeutung sachgerechter Vorbereitung auf die Arbeitswelt. Auch in den meisten Studiengängen sind digitale Medien alltägliches Werkzeug. Somit sind solche Abende erfahrungsgemäß Highlights am Beginn der Tabletklassen: Schulleitung, Eltern, LehrerInnen und Kinder entscheiden sich gemeinsam für eine bestimmte Arbeitsweise in der Schule. Ein starkes Zeichen!

Weiterhin lässt sich, etwa anlässlich von Elternsprechtagen oder Elternabenden, feststellen, dass die Eltern auch nach dieser Entscheidung und im weiteren Verlauf der Arbeit das Projekt „tragen“ und somit einen wesentlichen Beitrag leisten, es erfolgreich zu gestalten.

 

6. These: gerechtere Bewertungen

Zunächst mal kurz zu den Leistungen selber: Lernen die SchülerInnen der „digitalen Schule“ genauso gut und viel wie die in der „analogen“? Oder halten sie sich so viel mit technischen und medienpädagogischen Fragen und Hindernissen auf, dass das Fachliche darunter leiden muss? Unterschiedliche Studien belegen unterschiedliche, sich widersprechende Ergebnisse. Meine Erfahrung ist eindeutig: Im Vergleich mit den früheren Leistungen derselben SchülerInnen in der „analogen“ Schule sind die Leistungen in den Fächern Deutsch, kath. Religion und Politik – hier stehen vor allem Texte im Vordergrund – besser geworden. (Natürlich hinkt der Vergleich: Es handelt sich zwar um dieselben SchülerInnen, aber nicht um dieselben Themen und Prüfungen, usw.) In diesem Bereich sind eindeutige Aussagen auch kaum erwartbar. Aber der Trend ist nach meiner Erfahrung klar erkennbar: Die kollaborative Arbeit auf dem Wiki, das permanente Peer-Feedback, die Aktivierung der Schülerkompetenzen zur Verbesserung etwa von Texten im Deutschunterricht hinterlassen Spuren, die sich in besseren Leistungen widerspiegeln.

Nun zur Bewertung: Die Arbeit auf unserem Wiki erlaubt allen, auch mir, den permanenten Zugriff auf alle Schülerleistungen. Bewertungen erfolgen demnach nicht mehr nur punktuell, etwa in den Präsenzstunden, sondern können flächendeckend jederzeit und von überall aus erfolgen. Das ermöglicht mir eine deutlich gerechtere Bewertung der Schülerleistungen.

 

7. These: Risiko Oberflächlichkeit 

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Der Bildschirm leuchtet, flimmert. Verschiedene Reize melden sich. Bilder, Videos, Bewegung, Werbung. Da fällt es schwer, sich zu fokussieren, zu konzentrieren. Der nächste Reiz: nur einen Klick weit entfernt. Fördern digitale Medien den ohnehin grassierenden Trend zur Oberflächlichkeit, zur schnellen Kost, zum bequemen Konsum? Ohne Zweifel: Ja. Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich den Zugang zum Internet oder ein Textblatt vor mir habe. Und wenn ich die (digitalen) Deutsch-Arbeiten meiner Schüler*innen lese, fallen mir fehlende Konzentration, Flüchtigkeit, mangelnde Sorgfalt auf.  Parallel unterrichte ich auch noch „analog“, und diese Arbeiten sind, was die Fehlerhäufigkeit angeht, nicht immer besser, sodass ich mindestens von sehr ähnlichen Ergebnissen sprechen kann.

Ist die Beherrschung der Rechtschreibung und Grammatik in 10 Jahren überhaupt noch ein Thema? Oder erledigt diese Aufgabe Technik, der wir die Sätze diktieren?

Selbst wenn wir zukünftig standardisierbare Arbeiten an Maschinen delegieren werden: Die uns eigene Kreativität, Originalität und Flexibilität kann nur dann vielfältige, komplexe Ausdrucksformen erlangen, wenn wir, möglichst viele von uns, Rechtschreibung, Grammatik, alle sprachlichen Ausdrucksformen so gut wie möglich beherrschen.  Deshalb ist sorgfältige, entschleunigte, tief gehende Arbeit an und mit Sprache notwendig, z.B. im Deutschunterricht.  Manchmal geht es dabei bis ins Komma, bis in den Laut, bis in den Buchstaben hinein. Wenn wir diese (sprachlichen) Fähigkeiten vermitteln, wird auch zukünftig der (mündige) Mensch mit der Technik umgehen und nicht umgekehrt.

Digitale Medien im RU

 

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Die Ausstattung der Schulen in Deutschland – gemeint sind hier alle Schulformen – mit digitaler Technik und digitalen Medien ist z. Zt. sehr unterschiedlich: vom einzelnen PC im Klassenraum (mit Windows XP) bis hin zur Ausstattung aller SchülerInnen mit IPads, vom totalen Handyverbot bis hin zu flächendeckend nutzbarem WLAN – dazwischen existieren alle möglichen Varianten.

Wer sich auf die Suche nach „Religiösem“ im Netz macht, wird schnell fündig: Nicht selten gelangt sie/er zu tendenziösen, wenig abgesicherten und oftmals von längst überholten wissenschaftlichen Standards geprägten Inhalten, die dazu noch professionell gestaltet sind. SchülerInnen kennen die eigentlichen Intentionen und Tendenzen dieser Seiten vielfach nicht, da sie meistens nur über rudimentäres Hintergrundwissen und geringe Medienkompetenzen verfügen. Guter Religionsunterricht befähigt zur kritischen Auseinandersetzung mit religiösen Inhalten auch im Netz. Weil ein immer größer werdender Teil persönlichen Lernens der Schüler*innen heute im Netz stattfindet,  ist eine dementsprechende Sensibilisierung, die auch im RU stattfinden kann,  von zentraler Bedeutung.

Abgesehen davon, wie (pädagogisch)  sinnvoll  der flächendeckende Einsatz digitaler Medien, etwa von Tablets, z.B. in der Grundschule ist, möchte ich hier einige Möglichkeiten des Einsatzes im (schulformübergreifenden) RU aufzeigen. Grundsätzlich gilt: Erst ausprobieren, dann vermitteln. Alle hier aufgeführten Beispiele setzen zunächst die eigene Beschäftigung der/des Lehrenden voraus, auf deren Hintergrund anschließend die sichere und glaubwürdige Vermittlung stattfinden kann.

  1. Wortwolken

Wortwolken (Tagclouds) sind in vielen Schulformen einsetzbar. Ihre Produktion durch die Schüler*innen kann z.B. am Anfang (als Einführung) oder am Ende (als Fazit) einer Unterrichtsreihe, die sich mit biblischen Texten beschäftigt, stehen. Dazu eignet sich u.a.

http://www.wortwolken.com/

weil diese Seite im Vergleich mit anderen einschlägigen deutschsprachig ist. Die Visualisierung ausgewählter Texte (Auswahl der Wörter, Farb- und Umrissgestaltung, usw.) kann, neben der zu erwerbenden Medienkompetenz, als Ausdruck des Textverständnisses der SchülerInnen eine wesentliche Funktion in der Behandlung darstellen. Eine umfangreiche Textauswahl biblischer Texte findet sich auf

https://www.bibleserver.com/

2. Videos

Das Netz ist voller brauchbarer (leider auch voller haarsträubender) Videos für den RU .  Auch in diesem Bereich muss sich jede/r ReligionslehrerIn auf die Suche nach (auf ihre/seine Lerngruppe und sie/ihn selbst) passenden Videos machen. An einem Beispiel möchte ich zeigen, zu was gute Videos imstande sind: Nach meiner Erfahrung spricht Sarah Marie Latza Jugendliche etwa von der 8. Klasse an. Ihre Videos sind gestalterisch aufs Wesentliche reduziert, deshalb eingängig und wirkungsvoll, ihre Texte sind geprägt von authentischem Glaubenszeugnis, ihre Stimme ist sehr berührend.  Diesen Link erhielt ich von einer Abiturientin – sie stellte das Video während eines eigenverantwortlich gestalteten Morgenimpulses zu Beginn einer Unterrichtsstunde vor.  Es ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr  Inhalte aus dem Netz den RU (hier in vielfältigen Unterrichtskontexten) bereichern können.

Je nachdem, wie viel eine Schule investieren möchte, bieten VR-Brillen (40 – 800€) auch im RU neuartige, beeindruckende Erlebnisse. Mit Hilfe von 360°-Videos ist es einfach, entfernte Welten in den Unterrichtsraum zu holen:

 

3. Standbilder

Auf Standbildern versuchen Personen mit den Mitteln der Gestik, Mimik, Körperhaltung, der Stellung zueinander usw. beispielsweise ein Thema, einen Gedanken, eine Situation innerhalb der Erzählung einer Bibelstelle darzustellen. Dazu werden Personen als Darsteller ausgewählt und von den übrigen Gruppenmitgliedern, die wie Regisseure  agieren, solange angewiesen, bis das Standbild den gemeinsam erarbeiteten Vorstellungen entspricht. Standbilder können in jeder Phase einer Unterrichtsreihe (schulformübergreifend) funktional eingebunden werden.

Wurden Standbilder „früher“ mühsam erarbeitet, anschließend einmal vor der Lerngruppe vorgestellt und waren dann für immer verschwunden, bieten die digitalen Medien zahlreiche zusätzliche Möglichkeiten z.B. der Bildbearbeitung (unter erweiterten ästhetischen Gesichtspunkten), der gemeinsamen Reflexion, Korrektur und Optimierung der Darsteller selbst (Blick von außen), der beliebig oft wiederholbaren Reflexion der ganzen Lerngruppe, ebenso der Teilbarkeit des Bildes.

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Dieses Standbild (Kl. 8, Gymnasium) zeigt die Visualisierung des Themas Eucharistie: die Geborgenheit schenkende Begegnung des Menschen mit Gott.

Dieses Standbild, unterlegt mit einem Audio (Text und Musik), bringt eine Abschiedsszene zum Ausdruck.

Gestaltete Texte (Wortwolken), Videos und Fotos gehören zum Alltag medienaffiner Jugendlicher. Ihre didaktischen Funktionen auch im Bereich des Lehrens und Lernens zu nutzen, ist in vielfacher Hinsicht Merkmal eines zeitgemäßen Religionsunterrichts.

 

 

 

 

 

Was kommen muss: digitale Prüfungsformen

Einmal gesetzt den Fall, dass Prüfungsformen (wie z.B. Klassenarbeiten bzw. Klausuren) nicht generell abgeschafft werden, da zumindest ein großer Teil ihrer Zielsetzungen als relevant eingestuft wird: Jetzt ist es an der Zeit, digitale Prüfungsformen einzuführen.

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Mehr und mehr machen sich LehrerInnen auf den Weg der „digitalen Schule“ und unterrichten (wo es passt/überwiegend/ausschließlich) mit digitalen Medien. Im Unterricht (und außerunterrichtlich) werden also selbstverständlich z.B.:

  • Internetnutzung
  • Binnendifferenzierung
  • Kooperation/Kollaboration
  • Kommunikation

Meine 8. Klasse arbeitet seit Beginn des Schuljahrs in den meisten Fächern täglich mit Tablets (2-in-1-Geräte, BYOD). Im Klassenraum wird durch einen Access-Point WLAN hergestellt, die SchülerInnen können über einen Beamer ihr Display auf die große Leinwand projizieren, ein Soundsystem sorgt für guten Ton.

Im Fach Deutsch besprechen wir seit 4 Wochen Hesses „Unterm Rad“. Der Roman wurde kapitelweise mit Hilfe eines Lesetagebuchs bearbeitet, wobei den SchülerInnen unterschiedliche Aufgabenformate vorgelegt und mit unterschiedlichen Methoden gearbeitet wurde. So konnten sie in dieser Zeit u.a.

  • einzelne Kapitel kurz zusammenfassen oder nacherzählen
  • an geeigneten Stellen den Text verändern oder weiterschreiben
  • einen Brief an eine Person schreiben
  • aus der Sicht einer Person eine Tagebucheintragung formulieren
  • aufschreiben, was ihnen gut oder nicht so gut gefällt
  • aus einzelnen Textstellen eine kreativ gestaltete Geschichte (Video, Standbild, Audio, Foto, Collage, MindMap, Sway, usw.) entwerfen
  • ihren Text mit http://www.schreiblabor.com/ überprüfen lassen

Alle Produkte wurden auf unser Wiki hochgeladen, wo sie für jede/n jederzeit sicht- und rezipierbar sind. Schon zur Gewohnheit geworden ist uns dabei das Peer-Feedback: Jeder gibt seinem Tischnachbarn ein FB, dessen Kriterien von mir vorgegeben sind und das möglichst präzise und konkret formuliert sein soll, damit es Grundlage effizienter nochmaliger Überarbeitungen sein kann. Leicht erkennbar ist, dass uns wesentliche Merkmale digitaler Schule (s.o.) dabei zu ständigen Begleitern geworden sind.

Gerade im Falle dieser Unterrichtsreihe erübrigt sich m.E. eigentlich die an ihrem Ende obligatorische Klassenarbeit – das erarbeitete Lesetagebuch umfasst so viele Facetten der SchülerInnenleistungen, es könnte ohne weiteres als Lernportfolio die Klassenarbeit ersetzen.

Traditionelle Klassenarbeiten überprüfen u.a. die individuelle Lernleistung mit Hilfe meistens einer vorgegebenen Aufgabe in einer festgesetzten Zeit, die mit Stift und Papier und dem Hilfsmittel eines Wörterbuchs bearbeitet werden soll.  Die einschränkenden Anachronismen zur Arbeit in der digitalen Schule sind dabei mit Händen zu greifen, wenn man einmal die für die SchülerInnen in den letzten Wochen gewohnte Arbeit (s.o.)damit vergleicht.

Noch deutlicher werden die Differenzen beim Blick auf zentrale Abschlussprüfungen, z.B. das Zentralabitur: Ganz traditionell bilden sich hier die üblichen Prüfungsformen, unabhängig jeglichen Einsatzes digitaler Medien, überdeutlich als anachronistisch ab.

Es bedarf, wollen wir unsere SchülerInnen innerhalb der für die Notenvergabe  relevanten Prüfungssituationen nicht wieder in vorzeitige Rituale zurückversetzen, jetzt alternativer Prüfungsformen, die die für zeitgemäßes Lehren und Lernen angemessenen Grundlagen berücksichtigen und z.B. die o.g. Arbeitsmethoden integrieren. So ist z.B. vorstellbar, dass Klassenarbeiten ersetzt werden durch Lernportfolios (s.o.), dass kooperative Elemente integriert werden, dass das Internet (z.B. als Wissensspeicher) selbstverständlicher Bestandteil der Arbeit wird, dass Texte mit Bildern, Videos, Audios, Podcasts, Links usw. angereichert werden, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Webinhalten stattfindet. Erst dann können – neben dem Unterricht – auch die Prüfungsformate als zeitgemäß anerkannt werden.

Etherpads für Gruppenarbeitsphasen

cspannagel, dunkelmunkel & friends

Fazit: Etherpads sind ein unglaublich nützliches Werkzeug für die Strukturierung von Gruppenarbeiten in einem Seminar. Man spart damit Zeit für bei den Phasenwechseln – und gewonnene Zeit kann wiederum für inhaltliche Aktivitäten verwendet werden.

Nach Gruppenarbeitsphasen in Lehrveranstaltungen entsteht immer wieder die Schwierigkeit, die Gruppenergebnisse im Plenum effizient zu besprechen. Dabei kann viel Zeit verloren gehen, etwa wenn eine Gruppe ihre Ergebnisse an die Tafel schreibt oder wenn USB-Sticks zum Dozentenrechner getragen werden, um ein digitales Ergebnis zu präsentieren. Außerdem bekommen die Teilnehmer*innen oftmals nicht alle Gruppenergebnisse zu sehen, sondern nur einige wenige – für die Präsentation aller Ergebnisse ist kaum Zeit.

Neben der Möglichkeit, Digitalfotos zu erstellen, sind Etherpads ein tolles Werkzeug, um Gruppenarbeitsphasen effektiver zu gestalten, insbesondere dann, wenn die Gruppenergebnisse Texte oder Textfragmente sind, und wenn die Gruppen unterschiedliche Inhalte bearbeiten und am Ende der Arbeitsphase alles zusammengetragen werden soll.

Beispiel: In meinem Informatikdidaktikseminar sollen sich…

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(Medien-)pädagogische Herausforderungen der Arbeit mit SchülerInnen auf einem Wiki

Zum Beitrag: http://www.medienimpulse.at/articles/view/1034?navi=1