Deutsch.digital

Auf dieser Seite veröffentliche ich in unregelmäßigen Abständen skizzenartige Unterrichtsreihen des Faches Deutsch (Sek.I/II, Gymnasium). Alle UR integrieren digitale Medien und sind in der Praxis erprobt.

Weitere Erläuterungen, Materialien und Einführungen in die Verwendung der digitalen Medien gebe ich gerne weiter in Fortbildungen zum Thema „Deutschunterricht mit digitalen Medien“.

 

Moderne Gedichte visualisieren – Lyrik in der Q2

Screenshot (53)

Die Schülerinnen und Schüler meiner Kurse in der Oberstufe sind die Arbeit mit digitalen Medien gewohnt. Ein Thinglink oder ein Video zu produzieren, ist für sie nichts Neues, die kooperative Arbeitsplattform Wiki ist ihnen ebenso geläufig.

Im Anschluss an die klassische Textanalyse von Gedichten im Rahmen der Unterrichtsreihe „Unterwegs sein – Lyrik von der Romantik bis zur Gegenwart“ hatten die SuS zwei Wochen Zeit, die Hauptaussagen eines der vorgelegten Gedichte des 21. Jahrhunderts (Nick: Hinterlassenschaft, Roher: Glaubensbekenntnis, Gintrowski: bist du sahne, Maas: waffenschau, Leisten: Am Ende und Verheißung, Crauss.: die angst in person, Dove: Gott gemäß Google, mit den filmischen Möglichkeiten des Mediums Video darzustellen.

Zur Vorbereitung sollten sie zunächst die Hauptaussagen (sowie die formalen Aspekte und rhetorischen Mittel) des ausgewählten Gedichts gemeinsam erarbeiten. Diese sowie die Organisation ihres Arbeitsprozesses und dessen Dokumentation wurden auf einem Pad – einem kooperativ zu erstellenden Text- und Bilddokument – fixiert, das auch Teil der Bewertung war.

Die Bewertung der Videos wurde von allen Schülerinnen und Schülern, die sich in ihren Arbeitsgruppen abstimmten, vorgenommen, wobei im Vorhinein die individuellen Arbeitsanteile angegeben wurden.

Das vorliegende 1. Beispiel eines gut gelungenen Videos (Crauss.: die angst in person) habe ich aus datenschutzrechtlichen Gründen um die erste Hälfte, die Aussagen von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern zum Thema Angst enthielten, gekürzt. Es war eindrucksvoll mitzuerleben, wie engagiert, mit wie viel Herzblut und wie motiviert die Schülerinnen (es handelte sich ausschließlich um -innen) die Umsetzung (Inhalte, Location, Licht, Ton, Symbolik, Betonung des Textes, usw.) der von ihnen erarbeiteten Aussagen des Gedichts diskutierten und schließlich realisierten.

Im vorliegenden 2. Beispiel (Leisten: Verheißung) gingen die Schülerinnen (auch hier: ausschließlich -innen) anders vor: Zunächst erbaten und erhielten sie das Audio des Autors, der seinen Text selbst vortrug, anschließend visualisierten sie die Ergebnisse ihrer analytischen Vorarbeit auf unterschiedliche Weise.

In der abschließenden Reflexion zeigten sich alle SuS begeistert von dieser kreativen Arbeitsphase. Über die reine Textarbeit, die Zentrum der Lyrik-Unterrichtsreihe war, hinaus ergeben sich folgende erweiterte Lernziele:

  • SuS beschäftigen sich intensiv mit den Textaussagen auf inhaltlicher, formaler und sprachlicher Ebene.
  • SuS elementarisieren ihre Analyseergebnisse.
  • SuS kommunizieren und organisieren ihren Arbeitsprozess von der Planung über die Produktion bis hin zur Präsentation.
  • SuS erlernen und wenden filmische Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten (Medienkompetenzen: Aufnahme – Schnitt – Licht/Ton/Sprache – Recherche – Urheberrechte, Zielgruppenorientierung).
  • SuS entwickeln ihre kreativen Fähigkeiten, ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber Medienangeboten.
  • SuS diskutieren und bewerten die Videos anhand vorgegebener Kriterien.
  • SuS reflektieren ihren Lernprozess.
  • MOTIVATION!

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise in der entsprechenden Fortbildung.

 

„Nathan“ im Deutschunterricht der Q1 – Kombi klassisch / digital-kreativ

Strukturell unterschiedliche Dramen aus unterschiedlichen historischen Kontexten – u.a. Nathan der Weise (G. E. Lessing) – eine obligatorische Vorgabe fürs Zentralabitur NRW Deutsch 2021.

An unserer Schule (Bischöfliches Clara-Fey-Gymnasium Schleiden) steht dieses Thema im 1. Quartal des 1. Halbjahrs der Q1 auf dem Programm.

Ich arbeite mit den SchülerInnen überwiegend mit digitalen Geräten (Handy/Tablets im Unterricht, PC/Laptop zu Hause) – Grundlage unserer Arbeit ist ein Projektwiki der ZUM.Diese gemeinsame Arbeitsplattform im Netz kann durch ihre Transparenz Lernen und Lehren stark verändern: weg vom Einzelkämpfertum hin zu projektartigen Lernsettings, die, ganz „nebenbei“, noch zahlreiche Medienkompetenzen vermitteln können. Außerdem habe ich als Lehrer die beste Grundlage zur sachgerechten Beurteilung der SchülerInnenleistungen.

Solange wir uns im Rahmen herkömmlicher Prüfungsbedingungen befinden, die, ungeachtet der „Kultur der Digitalität“ (F. Stalder), wie vor Jahrzehnten (ungeachtet ebenso digitaler, erweiterter didaktischer Möglichkeiten) aus einer individuell, in vorgegebener Zeit, unter Einhaltung klarer Aufgabenstellungen und Regelungen, mit Stift und Papier und auf dem Hintergrund standardisierter Erwartungen zu erbringenden  Leistung besteht, führt kein Weg an der verantwortlichen Vorbereitung der SchülerInnen auf diese Prüfungsform vorbei. M.E. bedeutet das die Anfertigung mindestens mehrerer Analysen (Vereinbarung unserer Fachschaft) in klassischer Form, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte, wobei das Wiki den SchülerInnen immerhin kooperative Arbeitsformen, Feedback etc. ermöglicht.

In dieser UR habe ich erneut eine Kombination klassischer Textanalyse mit digital-kreativen Elementen versucht:

Lernziele: SuS

  • kennen das Drama (Lektüre, Anfertigen einer Inhaltsangabe, Besprechung), ggf. unter Hinzuziehung der Verfilmung (1967)
  • arbeiten gemeinsam auf einem ZumPad, vergleichen ihre Lösung mit solchen im Netz (Links s. Wiki)
  • analysieren zentrale Textstellen
  • setzen sich mit der Epoche der Aufklärung auseinander, u.a. mit Hilfe eines Audios sowie mit Kants Was ist Aufklärung?
  • erarbeiten Nathan als Drama der Aufklärung
  • geben sich (auf dem Wiki) gegenseitig Peer-Feedback
  • erkennen den Prozesscharakter des Internets (Überarbeitung ihrer Texte mit Hilfe der Feedbacks auf dem Wiki)
  • lernen das Tool Thinglink und seine Funktionen kennen und erwerben die entsprechenden Anwendungskompetenzen (ggf. mithilfe eines Tutorials)
  • wählen aus vorgegebenen Themen sowie möglichen PartnerInnen aus
  • entscheiden sich ggf. für ein selbst gewähltes Thema
  • intensivieren ihre Auseinandersetzung mit dem Thema
  • organisieren ihre Arbeit am Thinglink selbständig auf jeweils einem Pad (Beispiel)
  • produzieren mit Hilfe digitaler Tools Texte, Fotos, Videos, Audios
  • diskutieren und überarbeiten ihre Rechercheergebnisse / Produktionen
  • berücksichtigen vorgegebene Kriterien zur Erstellung des Thinglinks
  • präsentieren ihr Thinglink vor dem Kurs
  • bewerten die Thinglinks gemeinsam online
  • entwickeln ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber unterschiedlichen Medienangeboten im Netz

1. Schritt: Vorstellung und Auswahl der Themen / Bewertungskriterien:

  • Lessing: Leben (Biographie) und Zeit (Kultur, Geschichte)
  • Das klassische Drama am Bsp. von „Nathan der Weise“ 
  • Die „Ringparabel“: konkrete aktuelle Bezüge
  • Die Figur Nathan
  • Die Figur des Patriarchen (IV, 2): Deutung/Bewertung
  • Selbst gewähltes Thema 

Bewertungskriterien

2. Schritt: Organisation der dreiwöchigen Arbeit (EA oder PA)

3. Schritt: Recherche – Produktion – Auswahl – Diskussion – Überarbeitung

4. Schritt: Auswertung der Thinglinks – Arbeitsanteile?

Beispiele:

5. Schritt: gemeinsame Bewertung der Thinglinks (online)

6. Schritt: Reflexion der Möglichkeiten der Thinglinks / der UR

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise in der entsprechenden Fortbildung.

Ganzschrift im DU Kl. 7 – Kombi klassisch / digital-kreativ

Im 2. Halbjahr der 7. Klasse besprachen wir in unserer Tabletklasse Thomas Feibels Like me. Zum Inhalt (aus dem Klappentext):

So jemanden wie Jana hat Karo noch nie getroffen. Die Neue in ihrer Klasse sieht nicht nur toll aus, sie hat den Dreh auch voll raus. Keine andere an der Schule ist im sozialen Netzwerk ON so beliebt wie sie. Und jetzt ist Jana auch noch drauf und dran, die Moderatorin der ON SHOW zu werden. Was Jana kann, kann sie schon lange, findet Karo, und liefert sich mit ihr einen gnadenlosen Kampf um die fehlenden ON-Sympathiepunkte. Doch plötzlich wird aus dem harmlosen Spiel bitterer Ernst …

Die SuS  der Tabletklasse arbeiten in allen Fächern mit ihren 2-in-1-Geräten, Grundlage unserer Arbeit ist ein Wiki. Am Ende der UR stand folgende Klassenarbeit (kreativer Schreibauftrag zu einem literarischen Text):

1. Bearbeite das Kapitel „Wir müssen kreativer werden“, S. 32f., indem du Wichtiges markierst und dir ggf. Notizen machst (10-15 Min.)!

2. Stelle dir vor, Ivo könnte das von Karo geschilderte Gespräch in der S-Bahn hören/sehen. Formuliere einen inneren Monolog (im Anschluss an das Kapitel), der seine Gedanken dazu widerspiegelt (30-40 Min.)!

3. Korrigiere deinen Text noch einmal (10 Min.), und sende ihn mir anschließend per Mail!

Diese Klassenarbeit – ebenfalls eine Kombination aus klassisch-analoger sowie digitaler Arbeit – machte die Hälfte der Gesamtnote aus, die andere Hälfte ergab sich aus der Produktion eines Videos. Die Arbeit daran konnte wahlweise in EA, PA oder GA (max. 3 Personen) stattfinden. Grundlage des Videos sollte ein wichtiges Kapitel der Lektüre sein, dessen Hauptaussagen dargestellt werden sollten. Mit der Anfertigung eines Videos waren die SuS bereits vertraut – folgende Bewertungskriterien waren zu beachten:

  • Ist das ausgewählte Kapitel ein wichtiges im Kontext der Lektüre?
  • Werden die Hauptaussagen des Kapitels im Video angemessen dargestellt?
  • Wie ist das Video insgesamt (Inhalt, Aufnahme, Licht, Ton, Schnitt) zu bewerten?

Lernziele: SuS

  • kennen den Roman (Lektüre, Anfertigen einer Inhaltsangabe, Besprechung)
  • analysieren zentrale Textstellen
  • versetzen sich in die Situation exemplarischer Figuren und formulieren ihre Gedanken in einem inneren Monolog
  • geben sich (auf dem Wiki) gegenseitig Peer-Feedback
  • erkennen den Prozesscharakter des Internets (Überarbeitung ihrer Texte mit Hilfe der Feedbacks auf dem Wiki)
  • vertiefen ihre Kenntnisse zur Anfertigung eines Videos und erwerben die entsprechenden Medienkompetenzen
  • intensivieren ihre Auseinandersetzung mit einem Thema
  • organisieren ihre Arbeit selbständig und effizient
  • produzieren mit Hilfe digitaler Geräte und Programme das Video
  • diskutieren und überarbeiten ihre Produktionen
  • präsentieren ihr Video vor der Klasse
  • bewerten das Video gemeinsam
  • entwickeln ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber Medienangeboten im Netz

1. Schritt: Lektüre (gemeinsam in der Schule und zu Hause)

2. Schritt: Verfassen einer Inhaltsangabe

3. Schritt: Verfassen eines exemplarischen inneren Monologs

4. Schritt: Auswahl der Kapitel für das Video / Vorgabe der Bewertungskriterien

5. Schritt: Organisation der Arbeit auf einem ZumPad

6. Schritt: Produktion des Videos

7. Schritt: Auswertung 

Beispiel eines gelungenen Videos

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise in der entsprechenden Fortbildung

Erzähltexte (Kleists „Marquise …“, Hermanns „Sommerhaus, …“) im DU der Q1 – Kombi klassisch / digital-kreativ

Strukturell unterschiedliche  Erzähltexte aus unterschiedlichen historischen Kontexten, u. a. als epische Kurzformen: „Die Marquise von O….“ (H. v. Kleist), „Sommerhaus, später“ (J. Hermann) – eine obligatorische Vorgabe fürs Zentralabitur NRW Deutsch 2020.

An unserer Schule (Bischöfliches Clara-Fey-Gymnasium Schleiden) steht dieses Thema im 2. Quartal des 2. Halbjahrs der Q1 auf dem Programm.

Ich arbeite mit den SchülerInnen überwiegend mit digitalen Geräten (Handy im Unterricht, PC/Laptop zu Hause) – Grundlage unserer Arbeit ist ein Wiki.

Solange wir uns im Rahmen herkömmlicher Prüfungsbedingungen befinden, die, ungeachtet der „Kultur der Digitalität“ (F. Stalder), wie vor Jahrzehnten (ungeachtet ebenso digitaler, erweiterter Möglichkeiten) aus einer individuell, in vorgegebener Zeit, unter Einhaltung klarer Aufgabenstellungen und Regelungen, mit Stift und Papier und auf dem Hintergrund standardisierter Erwartungen zu erbringenden  Leistung besteht, führt kein Weg an der verantwortlichen Vorbereitung der SchülerInnen auf diese Prüfungsform vorbei. M.E. bedeutet das die Anfertigung mindestens mehrerer Sachtext-Analysen (Vereinbarung unserer Fachschaft) in klassischer Form, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte, wobei das Wiki den SchülerInnen immerhin kooperative Arbeitsformen ermöglicht.

In dieser UR habe ich erneut eine Kombination klassischer Textanalyse mit digital-kreativen Elementen versucht:

Lernziele: SuS

  • kennen die beiden Erzählungen (Lektüre, Anfertigen einer Inhaltsangabe, Besprechung)
  • arbeiten gemeinsam auf einem ZumPad
  • analysieren zentrale Textstellen
  • analysieren Sachtexte zu den Erzählungen
  • geben sich (auf dem Wiki) gegenseitig Peer-Feedback
  • erkennen den Prozesscharakter des Internets (Überarbeitung ihrer Texte mit Hilfe der Feedbacks auf dem Wiki)
  • lernen das Tool Thinglink, seine Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten kennen und erwerben die entsprechenden Anwendungskompetenzen
  • intensivieren ihre Auseinandersetzung mit einem Thema
  • organisieren ihre Arbeit am Thinglink effizient
  • produzieren mit Hilfe digitaler Tools Texte, Fotos, Videos, Audios
  • diskutieren und überarbeiten ihre Rechercheergebnisse / Produktionen
  • berücksichtigen vorgegebene Kriterien zur Erstellung des Thinglinks
  • präsentieren ihr Thinglink vor dem Kurs
  • bewerten die Thinglinks gemeinsam online
  • entwickeln ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber unterschiedlichen Medienangeboten im Netz

1. Schritt: Vorstellung und Auswahl der Themen / Bewertungskriterien:

  • Kleist: Leben und Zeit
  • wenn du kommst – zur Darstellung von Paarbeziehungen in Sommerhaus, später (unter besonderer Berücksichtigung der Z. 285-308)
  • Figurenvergleich Ich-Erzählerin – Marquise
  • Die Figur Stein in Sommerhaus, später
  • Die Figur der Ich-Erzählerin in Sommerhaus, später

Bewertungskriterien

2. Schritt: Organisation der dreiwöchigen Arbeit (PA oder GA)

3. Schritt: Recherche – Produktion – Auswahl – Diskussion – Überarbeitung

4. Schritt: Auswertung der Thinglinks – Arbeitsanteile?

Beispiele:

  • Kleist – Leben und Zeit:
  • Sommerhaus, später: Die Figur der Ich-Erzählerin

5. Schritt: gemeinsame Bewertung der Thinglinks (online)

6. Schritt: Reflexion der Möglichkeiten der Thinglinks / der UR

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise in der entsprechenden Fortbildung.

Balladen mit Playmobil in Szene setzen

Playmobilfiguren im DU eines Gymnasiums? Das hätte ich mir bis vor kurzem kaum vorstellen können. Dann las ich von der Verleihung des Grimme Online Awards an Sommers Weltliteratur to go und war so angefixt, dass ich es in meinem DU selbst versuchen wollte. In einer Kombination aus (klassischer) Textanalyse von Balladen und deren medialer Umsetzung in Videos mit SchülerInnen der Kl. 7 (Tabletklasse) gelang eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Texten, die viel mehr bot als bloße Textuntersuchung.

 

Zielgruppe: SchülerInnen Kl. 7-9

Kontext: Lesen – Umgang mit Texten (hier: Balladen) und Medien

Lernziele:

  • SuS unterscheiden Merkmale epischer, lyrischer und dramatischer Texte.
  • SuS wenden textimmanente Analyseverfahren an und verfügen über die dazu erforderlichen Fachbegriffe.
  • SuS untersuchen Balladen und erarbeiten deren Merkmale und Funktionen sowie die Konstellation der Figuren, deren Charaktere und Verhaltensweisen.
  • SuS verändern unter Verwendung akustischer, optischer und szenischer Elemente Texte und präsentieren ihre Ergebnisse in medial geeigneter Form.
  • SuS kommunizieren mit Hilfe audiovisueller Medien (Kamera, Bild, Ton, Licht, Schnitt) von der Planung und Recherche über die Produktion bis hin zur Präsentation.
  • SuS erlernen und wenden filmische Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten an.
  • SuS entwickeln ästhetische Wahrnehmung und kritisches Bewusstsein gegenüber Medienangeboten.
  • SuS diskutieren und bewerten die Videos anhand vorgegebener Kriterien.
  •  SuS reflektieren ihren Lernprozess.


1. Schritt: Klassische Textanalyse mehrerer Balladen (Schiller: „Der Handschuh“ , Fontane: „Die Brück‘ am Tay„, Goethe: „Der Fischer„, „Erlkönig„). Arbeitsschritte: Bearbeitung (Lesen, Markieren, Gliedern) – Vortrag mit verteilten Rollen – Textproduktion: Einleitung (Themasatz), Hauptteil (Darstellung und Deutung exemplarischer Textstellen inhaltlich, sprachlich und formal)

Beispiele (Lernplattform Wiki)

2. Schritt: Überarbeitung der Analysen – Partner-Feedback 

3. Schritt: Zitierweise einüben

4. Schritt: Gruppenarbeit (4/5 SuS): Bitte erstellt kurze (max. 3 Min.) Videos zu einer ausgewählten Ballade! (Zeit: 3 Wochen)

 

Wilhelm Tell: Textanalyse und Erklärvideos

Schillers Wilhelm Tell eignet sich als exemplarisches Drama in der Jgst. 9 (Gymnasium) zur Einführung in die Textgattung. In einer Tabletklasse – alle SuS arbeiten täglich in (fast) allen Fächern mit 2-in-1-Geräten (BYOD, WLAN) – werden klassische und vertiefte Textanalyse durch die parallele Arbeit mit der Lektüre sowie den digitalen Medien kombiniert. Die Reihe umfasst 18 Stunden, zusätzlich kommen 10-20 Std. Arbeitsaufwand für die Produktion der Erklärvideos hinzu.

Mit Hilfe der digitalen Geräte wird kooperativ gearbeitet (Wiki, GoogleDocs, ZumPad), im Netz recherchiert, werden Erklärvideos (YT) reflektiert sowie eigene Videos produziert (Aufnahme, Schnitt, Vertonung), reflektiert und bewertet .

1. Schritt:  Lektürephase (Lesen und Bearbeiten des Textes) zu Hause

2. Schritt: Gemeinsames Lesen/Besprechen der 1. Szene

3. Schritt: Inhaltsangabe des Dramas als gemeinsames Dokument in PA (GoogleDocs, ZumPad) auf unserem Wiki erstellen –
Überarbeitung durch Peer-Feedback

4. SchrittKriterien eines guten Erklärvideos recherchieren und mit Hilfe eines professionellen Erklärvideos als Grundlage der Produktion eigener Videos erstellen

6. Schritt: Thema sowie Intentionen des Dramas formulieren und aufs Wiki hochladen
Peer-Feedback – Korrektur – Überarbeitung

7. SchrittProduktion der Erklärvideos planen (PA)

Vorgaben:

  • Adressaten: Mitschüler/innen
  • Kriterien eines guten Erklärvideos (s. o.) beachten
  • Dauer: 2 – 4 Minuten
  • Berücksichtigung urheberrechtlicher Vorschriften

Themenauswahl:

  1. Tell – ein Held?
  2.  Wilhelm Tell – ein aktuelles Drama?
  3.  Wilhelm Tell – ein Freiheitsdrama?
  4.  Gessler – ein Verbrecher?
  5.  Tell in der hohlen Gasse (IV, 3)

Arbeitsorganisation:

  1. Einarbeitung in das Thema (Textarbeit, Recherche)
  2. Formulierung der Leitfragen/Kernpunkte für das Video
  3. Formulierung der zu sprechenden Texte
  4. Zusammenstellung/Erstellung von Abbildungen zur Veranschaulichung (Lizenzen!)
  5. Storyboard (detaillierter Ablauf des Videos)
  6. Produktion des Videos
  7. WER macht WANN WAS? Erstellung eines präzisen Zeit- und Arbeitsplans/Wiki
  8. Abgabetermin
  9. Note für das Erklärvideo 50% der Bewertung der Klassenarbeit, 2. Teil: schriftliche Reflexion

8.-10. Schritt: Parallel zur Arbeit an den Videos  jeweils im Wechsel „klassische“ Textanalyse wesentlicher Szenen (I, 3; III, 3; IV, 3) – Mitschrift auf ZumPad – grundlegendes Verständnis des Dramas

11. Schritt: Auswertung der Erklärvideos
Gemeinsames Anschauen – Feedback durch die Klasse – Online-Feedback auf vorbereitetem Bewertungsbogen

Hier das Beispiel eines gelungenen Videos zum Thema Ist Wilhelm Tell ein aktuelles Drama?

12. SchrittReflexion des ArbeitsprozessesKlassenarbeit: Vergleiche, was du gelernt hättest, wenn du dich rein schriftlich – z.B. in einer ausführlichen Hausaufgabe, einem schriftlichen Referat oder einer Klassenarbeit – mit deinem Thema auseinandergesetzt hättest mit dem, was du beim Erstellen eures Videos gelernt hast!

ERGEBNISSE (Auszug):

  • kürzere (Text) bzw. längere (Video) Dauer der Beschäftigung mit dem Thema
  • reine Textanalyse-Kenntnisse bzw. tieferes Einsteigen in ein Thema – Elementarisierung
  • Individuelle Leistung bzw. Schulung kooperativer Fähigkeiten (Absprachen – Arbeitsverteilung – Meinungsaustausch)
  • Medienkompetenzen: Aufnahme – Schnitt – Licht/Ton/Sprache – Recherche – Urheberrechte – Zielgruppenorientierung
  • Individuelles bzw. vielstimmiges Feedback
  • Video: Förderung von Motivation und Kreativität

Fazit aus der Klassenarbeit einer Schülerin