RELI.DIGITAL

Auf dieser Seite veröffentliche ich in unregelmäßigen Abständen skizzenartige Unterrichtsreihen des Faches Katholische Religionslehre (Sek. I/II, Gymnasium). Alle UR integrieren digitale Medien und sind in der Praxis erprobt.

Weitere Erläuterungen, Materialien und Einführungen in die Verwendung der Medien/Werkzeuge/Programme gebe ich gerne weiter in Fortbildungen zum Thema.

DIGITALITÄT <-> PARTIZIPATION

Nachhaltige Beteiligung der Schüler*innen an wesentlichen Entscheidungen im Arbeitsprozess mit digitalen Medien – Ausdruck von Digitalität

Rahmenbedingungen: GK Kath. Religion EF – 1:1-Ausstattung der Schüler*innen mit 2-in-1-Geräten, WLAN

Vorgaben:

  • Thema Vernünftig glauben und verantwortlich handeln – Theologische und anthropologisch-ethische Annäherungen soll so erarbeitet werden, dass alle Kursteilnehmer*innen sich mit Hilfe der daraus resultierenden digitalen Produkten anschließend in einer Art Stationenlernen sachgerecht informieren können
  • Gruppenarbeit (3/4 Personen)
  • Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit!
  • ca. 15 Stunden Arbeitszeit
  • Ergebnispräsentation in einem Thinglink – hiermit lassen sich über eingebettete Links interaktive Bilder, Audios und Videos erstellen
  • Thinglink soll folgende Teile enthalten: Sachgerechtes Bild – Erläuterung der ethischen Entscheidungssituation – Transfer auf exemplarische ethische Perspektiven (Kant, Bentham, Stirner, Radbruch, Jesus) – Erläuterung der begründeten eigenen Stellungnahme
  • Darüber hinaus sind eigene (kreative) Ideen erwünscht

Arbeitsprozess:

  • Einführung in das Tool Thinglink
  • Besprechung von Beispielen ethischer Herausforderungen
  • Partnerarbeit: Sammlung ethischer Herausforderungssituationen in Tabelle einer digitalen Plattform bzw. eines kooperativen Textdokuments
  • Gruppenfindung
  • Gemeinsame Themenabsprache bzw. -überarbeitung
  • Erstellung einer kollaborativen Seite (Transparenz, Möglichkeit des Feedbacks)
  • Gemeinsame Festlegung der Bewertungskriterien
  • Selbständige Organisation der Arbeit (Arbeitsplan: Wer macht wann was?)
  • Gemeinsame Fixierung des Abgabetermins
  • Parallel zur GA Besprechung von Charakteristika des biblisch-christlichen Menschenbildes
  • P2P-Feedback, permanentes Feedback durch die Lehrkraft
  • Auswertung mit Hilfe einer Meta-Aufgabe: Für jede erarbeitete Dilemmasituation entsteht eine Station im Kursraum, an der die Thinglinks auf den Geräten einsehbar sind und die mit Hilfe der Aufgabe untersucht werden
  • Gemeinsame Bewertung auf dem Hintergrund der festgelegten Kriterien (s.o.)
  • Individuelle und gemeinsame Reflexion des Arbeitsprozesses (z. B. mit Hilfe einer MS Forms-Umfrage)

Exemplarisch jeweils zwei gelungene Thinglinks zu Dilemmas bezgl. Sterbehilfe und einer belasteten Paarbeziehung.

Erläuterungen / weitere Hinweise zur Didaktik des Religionsunterrichts in der Digitalität in der Fortbildung!

BILDWELTEN DURCHSCHAUEN – DIE SPRACHE DIGITALER BILDER VERSTEHEN

Der Einsatz digitaler Medien im Unterricht wird besonders spannend an den Stellen, wo es um mehr als Recherche und Sachwissen geht. Wo etwas erfahrbar wird, das über das Darstell- und Wahrnehmbare hinausragt. Diese Erfahrung habe ich in einer Unterrichtsreihe der Jahrgangsstufe EF zum Thema Ich will frei sein – Identitätssuche zwischen Determination und Freiheit im Religionsunterricht der EF (GY) durch digitale Bildbearbeitung zu realisieren versucht.

Neben Musik und Sprach-Bildern (Metaphern) spielen Bilder im Allgemeinen seit jeher im (Religions-)Unterricht eine zentrale Rolle, da sie Bedeutungen über das sinnlich Wahrnehmbare hinaus enthalten, die in der Begegnung mit ihnen erfahrbar werden können.

In der uns umgebenden Kultur der Digitalität wurden die Produktion, Darstellungsweisen und Wirkungsmöglichkeiten von Bildern grundlegend verändert. Somit muss auch der Einsatz von Bildern im (Religions-)Unterricht sich der Frage Was macht Digitalität mit Bildern? stellen.

In ihrem Beitrag Bilder als Bedeutungsträger betont Viera Pirker den Stellenwert visueller Kommunikation als Bedeutungsträger in Selbst- und Welterzählungen Jugendlicher. Bilder seien polysem, also vieldeutig; und in ihrer Polysemie können sie tiefe Inhalte und emotionale Qualitäten transportieren. […] Sie stellen dar und stellen her, sie können etwas zeigen und auf etwas Anderes verweisen, das nicht für alle erkennbar ist. […] Die Suggestionskraft von Bildern sei immens, und sie wirke auch auf Menschen, die über ein hohes medienkritisches Bewusstsein für Bildbearbeitungssoftware, Werbeteams und professionelle Fotografie verfügen. […] Bilder und Videos werden bearbeitet, verschönert, einem spezifischen visuellen Code unterworfen, mit Text und Adaptierungen ergänzt und in die Welt gesendet. […] Bilder erzeugen eine affirmative Rezeption, d.h. dass sie wahrheitshaltiger wirken als Text: eine gefährliche Verlockung.

Im Rahmen der 3-wöchigen Unterrichtsreihe beschäftigten wir uns zunächst mit eigenen Vorstellungen und Sachtexten zum Thema Freiheit, bevor wir den exemplarischen Bibeltext Lk 15,11-32 (Gleichnis vom barmherzigen Vater) besprachen. Er wurde unter besonderer Berücksichtigung der Darstellung der Hauptfiguren sowie in seiner spezifisch metaphorischen Bedeutung als Gleichnis (Verhältnis Gott-Menschen) intensiv besprochen und problematisiert.

Anschließend wollte ich die Lebenswirklichkeit der Schüler*innen insofern berücksichtigen, indem ich die digitale Bilderwelt, in der sie täglich leben, deren Einfluss- und Wirkmöglichkeiten sie jedoch oft nur rudimentär wahrnehmen, in die Unterrichtsreihe integrierte. Dabei ging es mir nicht um das digitale Bild als Selbstzweck, sondern seine Besonderheit als wirkmächtiges, veränderbares Medium (s.o.) sollte in seinen unterschiedlichen Funktionen ins Blickfeld rücken.

In Partnerarbeit wählten die Schüler*innen zunächst eine ihnen besonders wichtige Aussage des Gleichnisses aus und formulierten deren Relevanz schriftlich. Dazu richtete ich kollaborative Seiten ein, sodass sie ggf. auch asynchron arbeiten konnten.

Dann sollten Sie aus einer kleinen Auswahl an (klassischen) Bildern zum Gleichnis eins auswählen, das – passend zur von ihnen gewählten Aussage – sie besonders anspricht. Alternativ konnten sie sich ebenfalls ein Bild aus dem Netz auswählen.  

Dieses Bild sollte mit Hilfe der Fragen zur Bildanalyse (von G. Lange) mindestens 2 Stunden lang besprochen werden. Das schriftlich fixierte Ergebnis (4. Frage) spiegelte die klassische Bildanalyse, wie sie im Religionsunterricht seit langem geläufig ist, wider, ergänzt durch die Möglichkeiten gemeinsamer Arbeit auf der kollaborativen Seite.

Nun wurde es kreativer: Die Schüler*innen bearbeiteten (u.a. übermalten sie, belichteten anders, versahen mit Effekten, schnitten aus, konstruierten neu, usw.) das von ihnen ausgewählte Bild mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen, sodass die ihnen wichtige Textaussage des Gleichnisses deutlicher werden konnte. Vorüberlegungen dazu sollten auf der kollaborativen Seite dokumentiert werden, sodass ich jederzeit Feedback (schriftlich, auditiv, visuell) geben konnte; ebenso war Peer2Peer-Feedback gern gesehen.

Folgende Bildbearbeitungsprogramme schlug ich vor:

Fast allen waren diese Programme unbekannt, sodass sich zunächst einmal eine Einarbeitungsphase, ggf. mithilfe von Tutorials, anschloss. Ebenso konnten andere brauchbare Bearbeitungsprogramme/Apps verwendet werden.

Abschließend sollte in einem zum bearbeiteten Bild gehörigen Text dessen Aussageabsicht erläutert sowie (kurz) der Arbeitsprozess dokumentiert werden.

Nach dem Arbeitsprozess wurden die Original- sowie die überarbeiteten Bilder (inklusive deren Aussageabsichten) dem Kurs vorgestellt.

Zur Veranschaulichung füge ich zwei gelungene Beispiele an:

Originalbild

Batoni, Gleichnis vom verlorenen Sohn, 1773

BEISPIEL 1

Das bearbeitete Bild soll die Aussage, dass Gott einen immer wieder aufnimmt und beschützt, egal in welcher Lebenssituation man sich gerade befindet, verdeutlichen. Dafür haben wir den vorderen Mann, der den jüngeren Sohn darstellen soll, schwarz-weiß bearbeitet. Dies soll die schwierige Lage, in der er sich befindet, widerspiegeln. So wird direkt die Trauer und Verzweiflung des Sohnes sichtbar und der farbliche Kontrast zum hinteren Mann, der Gott symbolisiert, fällt dem Betrachter des Bildes schnell auf.

Um zu zeigen, dass Gott den Menschen wieder aufbaut, stärkt und ihn aus schwierigen Situationen und Fehlentscheidungen herausholt, haben wir einen Teil des Armes vom Sohn farbig gelassen und zwar genau an der Stelle, an der Gott ihn mit seiner Hand festhält. Dies soll die Aussage verstärken, dass er uns aufnimmt und beschützt und uns die Trauer und Verzweiflung wieder nehmen kann.

Gottes positive Ausstrahlung sowie seine Macht und Güte werden durch die Lichtstrahlen, die hinter ihm erscheinen, noch einmal genauer dargestellt. Sie sollen den Einfluss auf uns zeigen.

BEISPIEL 2

Das von uns bearbeitete Bild stellt unsere wichtigste Aussage dar.

Durch die veränderte Belichtung möchten wir die Aufmerksamkeit auf die beiden Personen lenken. Uns war dabei wichtig, dass das Licht aus der Richtung Gottes von oben her leuchtet, um nochmals deutlicher zu betonen, dass Gott uns Halt bietet und wie ein Licht auch in dunklen Tagen für uns da ist und uns auf unserem Weg begleitet, egal wie schwer und dunkel dieser auch sein mag.

Durch die Gestaltung des Mantels mit weichem Futter wollen wir die angenehme Wärme, die Gott uns bietet, besser signalisieren.

Er lässt uns unseren eigenen Weg gehen, empfängt uns jedoch, egal ob wir uns von ihm abwenden oder nicht, mit offenen Armen und so, dass wir uns in seiner Nähe wohlfühlen und er uns Schutz gewährleistet. Er respektiert unsere Entscheidungen, egal wie diese auch sind.

BEARBEITUNG EINES SELBST GEWÄHLTEN BILDES

BEARBEITETES BILD

Unsere Aussage lautet: Die Verbindung zu Gott macht uns frei, eigene Entscheidungen zu treffen. Deshalb haben wir den Pfeiler verkleinert und zentriert. Von ihm ausgehend zeigen Hinweisschilder auf verschiedene Wege in unterschiedliche Richtungen. Sie stehen für die freie Wahl der Wege, die Gott uns ermöglicht. Dabei können wir immer wieder zum Pfeiler zurückkehren, er zeigt uns auch nach einem gewählten Weg neue Möglichkeiten und nimmt uns wie Gott wieder auf. Ebenso haben wir einen neuen  Weg (coming soon) hinzugefügt, der für das Unbekannte, das man selbst noch nicht kennt, steht. Dieser Weg erfordert Entscheidungskraft und Willensfreiheit um ihn gehen zu können. Man weiß nicht, was auf einen zukommt und man weiß nicht, ob er einen bereichert oder nicht.

Der Arbeitsprozess im Zeitraffer

Mithilfe einer MS Forms-Umfrage wurden die vorher festgelegten Bewertungskriterien gemeinsam besprochen und bewertet.

Im Anschluss evaluierten wir die Unterrichtsreihe, ebenfalls mit einer MS Forms-Umfrage. Hier die wichtigsten Reflexionen:

Was ich über die klassische Besprechung eines Gleichnisses hinaus gelernt habe:

  • Die Aussagen des Gleichnisses wären mir ohne die Bearbeitung nicht so klar geworden, wie sie mir nun klar geworden sind
  • Ich habe mich zum ersten Mal mit Bildbearbeitungsprogrammen auseinandergesetzt und gelernt, Bilder zu bearbeiten
  • Biblische Texte auf unser heutiges Leben zu beziehen
  • Nicht nur auf das Offensichtliche einzugehen, sondern zu versuchen, mehr aus dem Bild zu entnehmen und zu interpretieren
  • Ich habe gelernt, einen Text sehr tiefgründig zu analysieren und auch Dinge, die nicht eindeutig waren, zu erkennen. Außerdem war es sehr hilfreich, den Umgang mit verschiedenen Bildbearbeitungsprogrammen kennenzulernen und sie ausprobieren zu können

CHAT ALS VERSTÄNDNISHILFE BIBLISCHER TEXTE

Die folgende Unterrichtsreihe ist in Kooperation mit dem Simon Hesselmann (Pastoralassistent) durchgeführt worden, dem ich an dieser Stelle noch einmal herzlich danke.

Sich in die Figuren einer biblischen Erzählung zu versetzen gehört in vielfältigen Formen (auch) zur Didaktik des Religionsunterrichts, wenn es um das Verständnis bibl. Texte geht. Zu den für Jugendliche geläufigen, alltäglichen Kommunikationsformen gehören Messenger, allen voran WhatsApp, die einen großen Teil ihrer Handynutzung ausmachen. Ihre „Medienkompetenzen“ beschränken sich nicht selten – neben der Beschäftigung mit YouTube – auf deren Anwendung. Klassen-, Familien- und Freundesgruppen, Emojis, GIFs, Sprachnachrichten: Die Funktionen der Messenger sind überschaubar und werden vielfältig, oftmals kreativ, eingesetzt.

Trotz der Altersbeschränkung von WhatsApp (16 Jahre) verwenden viele jüngere Schülerinnen und Schüler diesen Messenger. Aus naheliegenden Gründen haben wir mit unseren jüngeren Schülerinnen und Schülern (12/13 Jahre, Klasse 7) einen alternativen, datenschutzkonformen Messenger (Signal) verwendet, dessen Funktionsumfang dem von WhatsApp nahe kommt.

Die SuS  der Tabletklasse 7 arbeiten in allen Fächern mit ihren 2-in-1-Geräten, Grundlage unserer Arbeit ist ein Wiki. Im Rahmen der UR „Gottesbilder“ geht es an dieser Stelle um das „Gleichnis vom barmherzigen Vater“ (Lk 15,11-32), in dessen Verlauf Jesus sein Gottesbild entfaltet.

Zielgruppen: SchülerInnen Kl. 7 – 9

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Kontext: Unterrichtsreihe zum Thema Gottesbilder.  Zuvor hatten die SuS mit Hilfe des Präsentations-Tools Thinglink unterschiedliche Bilder (der bildenden Kunst) von Gott bearbeitet und präsentiert.

Lernziele: Die SuS

  • analysieren und aktualisieren biblische Texte, indem sie sich in die Figuren hineinversetzen und aus deren Perspektive einen Chat gestalten
  • kommunizieren mithilfe eines Messengers (von der Planung und Recherche über die Produktion bis hin zur Präsentation)
  • lernen  filmische Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten und wenden sie an
  • entwickeln ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber unterschiedlichen Medienangeboten
  • erläutern (eigene) Vorstellungen von Gott bzw. ihre diesbezüglichen Schwierigkeiten, finden Gemeinsamkeiten / Unterschiede zu Vorstellungen anderer, bringen sie in einen Bezug zueinander
  • vergleichen die Realisationen unterschiedliche Chatverläufe miteinander
  • lernen den Messenger Signal, seine Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten kennen und erwerben die entsprechenden Anwendungs- und Reflexionskompetenzen
  • arbeiten kooperativ auf entsprechenden Dokumenten
  • präsentieren ihren Chat vor der Klasse
  • bewerten die Chats gemeinsam online
  • beurteilen Möglichkeiten und Grenzen von Chats

1. Schritt: Klassisch-analoge Bearbeitung von Lk 15,11-32 (lesen / hören)unter der Fragestellung „Was wird von Gott (vom Vater) erzählt?“ auf kooperativer Wiki-Plattform  – Sicherung der Ergebnisse

2. Schritt: Arbeitsteilige Bearbeitung des Textes: Arbeite heraus, was das Gleichnis anhand des (jeweiligen) Sohnes (jeweils) über die Menschen und darüber erzählt, wie die Menschen mit der von Gott geschenkten Freiheit umgehen. Ergebnisse auf dem Wiki.

3. Schritt: Vorstellung des Konzepts Familienchat, Einführung des Messengers, Überlegungen zur Umsetzung

4. Schritt: Erarbeitung wichtiger Kriterien:

  • Im Chat findet die „Hintergrundhandlung“ statt: Gechattet wird in den Momenten zwischen den Situationen, die bereits im Text stehen.
  • Akteure drücken sich ihrem Charakter und Alter entsprechend aus.
  • Bei welcher Nachricht wird welches Medium (Text, Bild, Video, Audio, GIF, …) verwendet? – Variation der Medien
  • realistischer Inhalt
  • formale Korrektheit

5. Schritt: Gruppenarbeit: ein Skript anlegen: Beispiel 

6. Schritt: Überarbeitung der Skripte

7. Schritt: Erstellung des Chats

8. Schritt: Erstellung eines Bildschirmvideos (z.B. App „AZ Screen Recorder“): Führt die Betrachtenden anhand der Aufnahme durch den Chat! Ggf. die Aufnahmen schneiden (z.B. MovieMaker)

9. Schritt: Auswertung der Chats: Beispiel – gemeinsame Bewertung online 

10. Schritt: Reflexion der UR

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise, insbesondere zur Anfertigung  des Chats in der Fortbildung!

TOD UND AUFERSTEHUNG JESU – MIT PLAYMOBIL IN SZENE GESETZT

Das Thema „Jesu Tod und Auferstehung“ ist ein Kernthema des Religionsunterrichts. Historischer Hintergrund, synoptischer Vergleich, redaktionelle Entwicklungen, Emmaus als zentrale Erscheinungsgeschichte – im Zentrum dieser Unterrichtsstunden stehen Texte und deren Besprechungen.

In meinen Oberstufenkursen arbeite ich überwiegend mit digitalen Endgeräten: mit Handys in der Schule, zu Hause verwenden die SuS dann ihren PC oder Laptop.

Der Einsatz von Playmobilfiguren im RU eines Gymnasiums? Und dann noch zur „Verfilmung“ von Jesu Tod und Auferstehung? Ein gewagtes Unterfangen, das ich mir bis vor kurzem kaum vorstellen konnte. Ausgehend von der Verleihung des Grimme Online Awards an Sommers Weltliteratur to go sowie der Produktion von Videos mit Playmobilfiguren im DU einer Tabletklasse wagte ich mich an die Umsetzung auch mit  SuS der Oberstufe, die sich außer im Fach Katholische Religion wie üblich in der „analogen Schule“ bewegen.  Um es vorwegzunehmen: Es gelang eine Auseinandersetzung mit dem Thema, die tiefer reichte als bloße Textuntersuchung.
Zielgruppe: SchülerInnen Sek. II
Kontext: Christologie: Jesu Tod und Auferstehung
Kompetenzerwartungen:

  • SuS stellen die Relevanz religiöser Fragen und Inhalte und die Art ihrer Rezeption anhand von Werken der Kunst, Musik, Literatur oder des Films dar.
  • SuS analysieren kriterienorientiert biblische Texte unter Berücksichtigung ihres Entstehungszusammenhangs und verfügen über die dazu erforderlichen Fachbegriffe.
  • SuS sprechen angemessen und reflektiert über Fragen nach Sinn und Transzendenz.
  •  SuS untersuchen biblische Texte und erarbeiten deren Merkmale und Funktionen sowie die Konstellation der Figuren, deren Charaktere und Verhaltensweisen.
  • SuS verändern unter Verwendung akustischer, optischer und szenischer Elemente Texte und präsentieren ihre Ergebnisse in medial geeigneter Form.
  • SuS kommunizieren und organisieren ihren Arbeitsprozess von der Planung und Recherche über die Produktion bis hin zur Präsentation.
  • SuS erlernen und wenden filmische Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten an.
  • SuS entwickeln ästhetische Wahrnehmung und kritisches Bewusstsein gegenüber Medienangeboten.
  • SuS diskutieren und bewerten die Videos anhand vorgegebener Kriterien.
  • SuS reflektieren ihren Lernprozess.

1. Schritt: „Historische Daten“ der Kreuzigung/Auferstehung Jesu

2. Schritt: Vergleich der Evangelientexte zur Kreuzigung Jesu:  Mk, Mt, Lk, Joh

3. Schritt: Vergleich der letzten Worte Jesu: Mk, Mt, Lk, Joh (Lernplattform Wiki)

4. Schritt: Erarbeitung von Thema, Gedankengang und Intentionen des Kessler-Textes „Heaven – nicht sky“  (aus „Christ in der Gegenwart“, 16/ 2006, S. 126) – Peer-Feedback (Wiki)

5. Schritt: Gruppenarbeit (4/5 SuS): Bitte erstellt kurze (max. 3 Min.) Videos zur Erzählung von Jesu Tod und Auferstehung Mk 15,33 – 16,8 oder Mt 27,45 – 28,10! (Zeit: 3 Wochen, im und außerhalb des Unterrichts, ca. 14 Stunden)                            Arbeitsschritte:

  • Nochmalige Bearbeitung der Texte (analog: Textmarker, Stift/Notizen)
  • Begründung der Auswahl eines Textes (Wiki)
  • Hauptaussagen?
  • Entscheidungen: Was soll gezeigt, was soll nicht gezeigt werden? Warum (nicht)?
  • Entscheidungen: Wie können die Hauptaussagen am besten visualisiert werden?
  • Formulierung der zu sprechenden Texte (mindestens Stichwörter)
  • Erstellung des Storyboards (Abfolge des Videos)
  • Aufnahme des Audios
  • Aufnahme des Videos (z.B. mit Handy, Kamera)
  • Schnitt
  • Organisiert eure Arbeit sorgfältig, und erstellt einen genauen Arbeitsplan (wer macht wann was?) auf einem ZumPad!

Beispiel: Mk 15,33 – 16,8

6. Schritt: Vorstellung undBesprechung der Videos

Beispiel zu Mk15,33 – 16,8. Hier ist der Lösungsansatz des „Films im Film“, der es möglich macht, Erklärungen einzufügen und die erzählerischen Funktionen des Textes zu betonen, besonders wirkungsvoll. Dadurch können metaphorische Elemente als solche dargestellt werden.

Beispiel zu Mt 28,1-10. Die Schülerinnen legten besonderen Wert auf ihre (adressatengerechten) Übersetzungen des Textes („Ich bin der Glauben, Jesus ist nicht hier.“).

Beispiel zu Mt 27,45 – 28,10. Die SuS legten den Schwerpunkt auf die musikalische Umsetzung des Themas.

7. Schritt: Gemeinsame Bewertung der Videos: Bewertungsbogen
8. Schritt: Zum Abschluss reflektierten die SuS ihren Lernprozess, indem sie mit der Besprechung der Evangelientexte, wie sie im „normalen“ RU Standard sind, verglichen: Reflexion

GOTTES-BILDER ERSCHLIESSEN MIT HILFE DIGITALER MEDIEN

Folgende Überlegungen sind im Rahmen einer gemeinsamen Reihenentwicklung mit dem Pastoralassistenten Simon Hesselmann entstanden.

Zielgruppe: SchülerInnen Kl. 7 – Q1

Kontext: Unterrichtsreihe zum Thema GOTT (in vielfältigen Zusammenhängen)

Lernziele: SuS

• erläutern eigene Vorstellungen von Gott bzw. ihre diesbezüglichen Schwierigkeiten, finden Gemeinsamkeiten / Unterschiede zu Vorstellungen anderer, bringen sie in einen Bezug zueinander

• lernen die vier Schritte einer Bildanalyse kennen bzw. vertiefen diese durch Einübung an unterschiedlichen Gottes-Bildern

• vergleichen unterschiedliche Gottes-Bilder miteinander

• erläutern die Frage nach deren Intentionen und Funktionen

• lernen das Tool Thinglink, seine Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten kennen und erwerben die entsprechenden Anwendungskompetenzen

• erschließen sich mit Hilfe der vier Fragen (s.o.) ein ausgewähltes Gottes-Bild mit Hilfe von kooperativ zu bearbeitenden Dokumenten

• erläutern an ausgewählten Bibelstellen zentrale Merkmale biblischen Sprechens von und mit Gott

• finden Anknüpfungspunkte für ihre Deutungen der Gottes-Bilder und ergänzen diese ggf.

erwerben die Fähigkeit zur Kommunikation mithilfe audiovisueller Medien, verlinkt auf ihrem Thinglink (Video, Audio, Bild, Ton) von der Planung und Recherche über die Produktion bis hin zur Präsentation

• präsentieren ihr Thinglink vor der Klasse

• bewerten die Thinglinks gemeinsam online

•beurteilen Möglichkeiten und Grenzen von Gottes-Bildern in einem kooperativ erstellten Dokument

entwickeln ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber unterschiedlichen Medienangeboten im Netz

1. Schritt: „Gott ist…“ –  eigene Gottesvorstellungen

2. Schritt: Biblische Gottes-Bilder / Metaphern

3. Schritt: Von der Metapher (Hör-Bild) zur bildenden Kunst (Seh-Bild)

4. Schritt: Bilderschließung mit Thinglink:
Beispiel: https://www.thinglink.com/scene/1174733971934674945

5. Schritt: gemeinsame Bewertung der Thinglinks (online)

6. Schritt: Reflexion: Ergänzung der Mindmap um Möglichkeiten/Grenzen von Gottes-Bildern

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise in der Fortbildung!

AUF EINEN BLICK: WAS JUGENDLICHE BE-SINNLICH FINDEN

Hier noch einmal alle Links (sowie eine Zugabe) zu den von meinen SchülerInnen ausgesuchten Morgenimpulsen:

  1. Video von Nina Mielitz, Was wisst ihr denn eigentlich schon davon?
  2. Film Butterfly Circus
  3. Radiobeitrag aus der Reihe Angedacht
  4. Spuren im Sand, ein Text von Margaret Fishback Powers:
  5. Poetry-Slam von Julia Engelmann
  6. Video Logic – Black SpiderMan ft. Damian Lemar Hudson (Lyrics)
  7.  Video Most Shocking Second a Day Video

BIBELTEXTE VERSTEHEN MIT SELBST PRODUZOIERTEN VIDEOS

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„Digitale Schule“ ist keine digitalisierte „analoge Schule“. Sie bietet weitaus mehr Möglichkeiten (vgl. SAMR-Modell). Eine dieser Möglichkeiten besteht in der Produktion (und Reflexion) von Videos. Weiterhin kommen in dieser UR digitale MindMaps, Standbilder und Audios zum Einsatz, außerdem beschäftigen sich die SuS kritisch mit dem Netz .

Dafür sollten sie schon etwas fitter sein im Umgang mit digitalen Medien, besonders mit Aufnahmetechniken und Schnittprogrammen (MovieMaker, Davinci Resolve o.a.) umgehen können.

Das Unterrichtsthema Jesus begleitet die SuS in allen Schulformen und vielfältigen Kontexten. Die hier vorgestellten Schritte (Jgst. 9, Gymnasium) bleiben deshalb auf einer diesem vielfältigen Einsatz verpflichteten Ebene. Die Produktion eines Videos, das eine Kernaussage der Perikope aktualisiert, erfordert über die reine Textarbeit hinausgehende, vielfältige Auseinandersetzungen in der Gruppe.

1. Schritt: eine MindMap erstellen, ein Standbild produzieren

Um Vorwissen zu aktivieren und einen Überblick darüber zu gewinnen, erstellen die SuS in Gruppen eine MindMap zum Thema Meine Vorstellung von Jesus, die anschließend auf einer Internetplattform (z.B.  Wiki) allen verfügbar gemacht und über den Beamer auf die Leinwand projiziert wird, um sie gemeinsam zu besprechen. Hier ein Beispiel.

Anschließend wird in Partner- oder Gruppenarbeit (max. 4 Personen) ein kreatives Standbild produziert, das mindestens drei Merkmale der in den MindMaps fixierten Vorstellungen von Jesus zeigt. Das Standbild kann mit einem Audio unterlegt sein, das die Merkmale veranschaulicht, und soll auf das Wiki hochgeladen werden.

2. Schritt: Reflexion der Standbilder / Kameraeinstellungen kennenlernen und ausprobieren

Vorstellung und Bewertung der Standbilder unter folgenden Gesichtspunkten:

  • Sind die von der Gruppe ausgewählten Merkmale Jesu relevant/überzeugend? Warum (nicht)?
  • Wie veranschaulicht das Standbild die ausgewählten Merkmale? Verbesserungsvorschläge?

PA: Lernt gemeinsam verschiedene Kameraeinstellungen kennen: Erläutert euch die einzelnen Einstellungen.
GA: Welche Kameraeinstellungen habt ihr bei der Produktion eurer Standbilder verwendet? Wie wirken sie?
GA (3 Personen): Fotografiert euch gegenseitig aus einer der Kameraeinstellungen und ladet die Fotos aufs Wiki hoch Besprechung.

3. Schritt: Mk 5,1-20 

Die folgenden Arbeitsschritte verdanke ich :in Religion 6/2016, S. 21-28 (Autor: Jean-Pierre Sterck-Degueldre).

Die Perikope wird  erschlossen, indem zunächst die kennengelernten Kameraeinstellungen (als Verständnishilfen) auf den Text angewendet werden: Wie lenkt Mk unseren Blick?  Anschließend folgt „klassische“ Textarbeit, ergänzt um Material zu den Themen Wundererzählungen, Dämonenaustreibung, Symbolik (Gerasa, Besessener, Grabhöhle, Schweine). Die geografischen Gegebenheiten können im Netz recherchiert werden. Als Ergebnissicherung werden folgende Fragen auf dem Wiki beantwortet:

  • Warum ist die Erzählung Mk 5,1-20 kein Tatsachenbericht?
  • Durch welche Anspielungen/Symbole verweist der Text auf die Botschaft?
  • Welche Botschaft vermittelt der Text?
  • Inwiefern ist diese Botschaft heute noch aktuell?

4. SchrittKriterien eines guten Lernvideos recherchieren und als Grundlage der Produktion eigener Videos erstellen

5. Schritt: Produktion des Erklärvideos planen (GA)

Vorgaben:

  • Aktualisierung einer Kernaussage der Perikope
  • Kriterien eines guten Erklärvideos (s. o.) beachten
  • Dauer: 2-4 Minuten
  • Berücksichtigung urheberrechtlicher Vorschriften

Arbeitsorganisation:

  1. Einarbeitung in das Thema (Welche Kernaussage aktualisieren wir? – intensive Textarbeit – Recherche)
  2. Formulierung der Leitfragen/Kernpunkte für das Video
  3. Formulierung der zu sprechenden Texte – Auswahl der Aufnahmeorte
  4. Storyboard (detaillierter Ablauf des Videos)
  5. Produktion des Videos (Aufnahme, Schnitt, Bearbeitung)
  6. WER macht WANN WAS? Erstellung eines präzisen Zeit- und Arbeitsplans/Wiki
  7. Abgabetermin

6. Schritt: Produktion der Erklärvideos (ca. 6 St.)

7. Schritt: Auswertung der Video-Projekte zu Mk 5,1-20 unter folgenden Gesichtspunkten:

  • Auswahl einer relevanten Kernaussage?
  • Mediale Umsetzung der Kernaussage?
  • Aktualisierung?

Gemeinsames Anschauen – Feedback durch die Klasse – Online-Feedback auf vorbereitetem Bewertungsbogen

Hier das Beispiel eines gelungenen Videos.

8. Schritt: Kritisches Netz-Bewusstsein

EA/PA: Suche im Netz nach jeweils einem kitschigen und einem ernstzunehmenden Jesus-Bild. Begründe deine Auswahl.

Hier von den SuS ausgewählte Beispiele für ein kitschiges sowie ein ernstzunehmendes Jesus-Bild.

SELFIES – DU SIEHST MICH!

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Selfies sind oftmals Ausdrucksformen der Identitätsentwicklung Jugendlicher, und als solche bieten sie zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine Unterrichtsreihe (durchgeführt in der Jgst. 7, Gymnasium), in der es um Selbst- und Fremdwahrnehmung, kritisches Medienbewusstsein, die eigene Werte-Hierarchie sowie die Rolle von Glauben und Religion im eigenen Leben geht.

Diese 7. Klasse hat soeben begonnen, in (fast) allen Fächern mit Tablets (2-in-1-Geräte, BYOD, WLAN) zu arbeiten, sodass sie noch am Anfang der Ausbildung ihrer Medienkompetenzen steht. Deshalb beschränke ich mich in dieser UR auf die Aufnahme/Bearbeitung/Reflexion von Fotos, Collagen und eines Audios.

1. Schritt: Identitätsmolekül

Zunächst geht es um das eigene Identitätsmolekül: Die SuS machen sich Gedanken über ihre Persönlichkeit, über das, was sie auszeichnet, über für sie Typisches. Diese Eigenschaften notieren sie in einer vorbereiten Datei und erhalten somit eine molekülartige Widerspiegelung eigener Charakteristika.

Anschließend nehmen sie, ausgehend von ihrem Identitätsmolekül, mit Hilfe ihres Handys/Tablets vier Selfies auf, die jeweils eine ihrer Eigenschaften visualisieren, und stellen sich diese Selfies gegenseitig in einer Gruppe (4 Personen) vor.

2. Schritt: Reflexion 

In einem kooperativ erstellten Dokument (Internetplattform: Wiki, ZumPad) formulieren die SuS Antworten auf folgende Fragen:

  1. Welche Erfahrungen habt ihr bei der Erstellung der Selfies gemacht?
  2. Welche Bedeutung hat Fremdwahrnehmung (im Kontext von Selfies) für euch?
  3. Welche Rolle haben Fototechniken, -bearbeitungsprogramme bei der Erstellung der Selfies gespielt?

Anschließend werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen an die Leinwand projiziert, besprochen und in einem weiteren Dokument, das die Ergebnisse dieser 1. Reflexionsphase  zusammenfasst, z.B. auf einem Wiki, allen verfügbar gemacht.

3. Schritt: Produktion/Auswertung

Die durch die Reflexionsphase initiierte Kritikfähigkeit soll nun weiter vorangetrieben werden mit folgender Aufgabe, die geläufige Funktionen von Selfies variiert:

Mach ein Foto davon, was die wenigsten von dir wissen! Wenn du willst, kannst du zusätzlich auch eine Requisite verwenden.

Zu sehen sind zwei Beispiele: Links geht es um das Hobby „Motocross“, rechts um die grundsätzliche Infragestellung von Selfies.

Zunächst werden diese  Selfies wieder in der Gruppe, anschließend (freiwillig) der gesamten Klasse  vorgestellt. Wertschätzend, neugierig und staunend nimmt diese die „Kunstwerke“ auf.

4. Schritt: Reflexion über Möglichkeiten und Grenzen von Selfies

Jede/r SuS vervollständigt (als Hausaufgabe auf dem Wiki) folgende drei Satzanfänge:

MEINE SELFIES ZEIGEN MICH SO,…WAS KANN EIN SELFIE ZEIGEN?WAS KANN EIN SELFIE NICHT ZEIGEN?
… wie ich bin und wie meine Stimmung ist. Und das, was ich gerne mag und was meine Stärken und Schwächen sind.Die Leidenschaften und die Gefühle. Oder auch, wie man sich darstellen möchte.Den Charakter und das Innere eines Menschen kann man durch ein Selfie nicht erkennen. Man kann nur das Äußere sehen und wie die Person sich darstellen möchte.
  • Durch den Überblick über alle angefertigten Hausaufgaben auf dem Wiki erhält die Lehrkraft die Möglichkeit, die Ergebnisse schon vor der Präsenzstunde einzusehen und solche zur Besprechung auszuwählen, die besonders gut gelungen sind (wie das Beispiel). Die SuS werten (hier sind unterschiedliche Arbeitsformen möglich)  die Ergebnisse aus.

5. Schritt: Werte-Reflexion 

Was ist dir in deinem Leben besonders wichtig? Versuche, drei deiner Werte in eine Rangfolge zu bringen!

Den ersten Platz dieser Werte-Hierarchie belegt mit großem Abstand die

  • Familie, dann folgen
  • Freunde,
  • Haustiere und Hobbys.

Auch diese Werte sollen – nun schon auf der Grundlage geschärfter ästhetischer Wahrnehmung und grundgelegter medialer Bearbeitungskompetenzen – visualisiert werden (als Beispiel hier der Wert der Freundschaft):

6. Schritt: Bedeutung von Religion und Glaube – Produktion eines Audios

KEINE EINZIGE Eintragung der drei wichtigsten Werte der SuS bezog sich auf Glauben, Kirche oder Religion, sodass sich jetzt der Anknüpfungspunkt dafür ergeben kann mit der Frage:

Welche Bedeutung haben Glauben und Religion für dich/euch? Produziere/Produziert dazu ein Audio!

Hier ein typisches Beispiel einer Antwort.

7. Schritt: Bedeutung von Religion und Glaube – Textbearbeitung, -besprechung, Visualisierung

Im Gedicht Vice Versa von Christian Morgenstern wird eine Ahnung von Gottes Anwesenheit lyrisch versprachlicht. Die leicht verständliche Rahmenerzählung  wird besprochen, anschließend soll ihr Gehalt – die unbemerkte Anwesenheit Gottes – „visualisiert“ werden, diesmal mit einem Foto oder in einer Collage (z.B. mit der App Pic Collage): eine anspruchsvolle Aufgabe, die sowohl in Einzel- als auch in Partnerarbeit durchgeführt werden kann.

8. Schritt: Auswertung der Fotos/Collagen

In Gruppen werden zunächst die Fotos bzw. Collagen vorgestellt, d.h. gezeigt und erklärt. Jede Gruppe (6 Personen)  wählt ein oder zwei gelungene Ergebnisse aus, die dann der ganzen Klasse vorgestellt werden. Hier ein Beispiel:

Vice_versa

9. Schritt: Noch ’n Gedicht

Bei Bedarf kann der folgende Bonhoeffer-Text (Auszüge aus Widerstand und Ergebung) besprochen werden:

Wer bin ich? […]

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?

Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß? […]

Wer bin ich? Der oder jener?

Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?

Bin ich beides zugleich? […]

Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

10. Schritt: Zusammenfassung / Reflexion des UR-Titels „Selfies – DU siehst mich!

In mehreren möglichen Arbeitsformen werden Ergebnisse der UR zusammengefasst und ihr Titel  reflektiert:

  •  Bewusstmachung der Funktion von Selfies
  •  Fremdwahrnehmung und ihre Bedeutung
  •  Kritik gängiger Schönheits- und (gendertypischer) Verhaltensnormen
  •  Medienkritik
  •  Einsatz von Bildbearbeitungsprogrammen und ihre Funktionen
  •  Der „Blick“ Gottes auf mich