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Zwei Welten

„Digitale Schule“ stellt Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer vor unerwartete Herausforderungen.

Dig.Schule

Die vielfältigen Möglichkeiten der Binnendifferenzierung in der „digitalen Schule“ fördern eigenständiges Lernen und die Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler für ihren Lernweg und Lernerfolg.  Unsere Arbeit auf einem Wiki setzt durch ihre Transparenz neue Maßstäbe im Vergleich zur „analogen Schule“ und ist für alle Beteiligten, die diese Arbeitsweise, die auf präziser Arbeitsorganisation, Verlässlichkeit, fairer Arbeitsteilung, Kooperation und Engagement beruht, aus der „analogen Schule“ nicht gewohnt sind, eine unerwartete Herausforderung. Besonders auffällig gestaltet sich diese Erfahrung bei Schülerinnen und Schülern, die nur zweitweise, z.B. in nur einem Fach,  mit digitalen Medien arbeiten. Während diese Herausforderungen spontan von etwa 25% erfolgreich gemeistert werden, ist die Mehrheit (bisher) nur ansatzweise in der Lage, diese neuen Arbeitsgrundlagen (und ihre Konsequenzen)  wahrzunehmen und erfolgreich in ihre Lernwelt zu integrieren.

War die „analoge Schule“ stets nur in der Lage, punktuelle Leistungsüberprüfungen einzuholen, ist die digitale Welt öffentlich für jeden jederzeit einsehbar.  Stand bisher die Lehrperson vorne und stellte gleiche Aufgaben für alle, ist jetzt mehr eigenverantwortliches Lernen möglich. Das bedeutet für viele einen kompletten Paradigmenwechsel vom fremdbestimmten geleitet Werden zu eigenverantwortlichem, selbst bestimmtem Lernen.

Diese Beobachtung lässt sich in gewissem Rahmen verallgemeinern: Sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet „digitale Schule“, recht verstanden (z. B. 4 K’s), die Veränderung der bisherigen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit.

Möchte man das? Wünscht man sich das? Ich bin mir nicht sicher, ob diese Frage nicht durch die Realitäten überholt werden wird. Aber eins scheint mir klar zu sein: Diejenigen, die sich in dieser „digitalen Umwelt“ auskennen und  deren Möglichkeiten als Chance betrachten, ihre Lern- und Arbeitsbedingungen unter modernen Bedingungen weiter zu entwickeln,  werden den anderen weit voraus sein: Ihnen stehen viele Türen offen.

 

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Grundlage des Erfolgs

Einerseits arbeiten die Schüler während der Unterrichtsphasen (und darüber hinaus) selbständig und differenziert, was einen, im Vergleich zum linear-analogen Unterricht, deutlichen Kontrollverlust des Lehrers bewirken kann. Andererseits sorgen gemeinsame (Internet-)Plattformen, kollaborative Tools und geteilte Ordner für ständige Transparenz. War das geschlossene Heft im Ranzen für niemanden sichtbar – nur der Schüler wusste, was es (nicht) enthielt- ist seine Arbeit nun für alle, somit auch den Lehrer, permanent einsehbar. Diese Transparenz schafft für alle Beteiligten größtmögliche Offenheit (und Gerechtigkeit). Die Schüler informieren sich über die Arbeitsweise, den Arbeitsprozess anderer, sie tauschen sich darüber aus und erhalten  Impulse für die eigene Arbeit. Lücken, Fehler, Unerledigtes wird aber ebenso gnadenlos offenbar.

Schon jetzt zeichnet sich ab: Diejenigen, die auch in der „analogen Schule“ organisiert arbeiteten, sind auch jetzt in der Lage, ihre Arbeit zu strukturieren, Ordnersysteme anzulegen usw. Diejenigen (ca. 10%), denen dies auch bisher nicht gelang, fallen durch die o.g. Transparenz deutlich mehr auf. Beide erhalten schneller ein klares, zeitnahes Feedback.

Fundamentale  Voraussetzung fürs erfolgreiche digitale (Lehren und) Lernen ist deshalb die Fähigkeit, seine Arbeit übersichtlich zu strukturieren. Ihr zugrunde liegt eine Arbeitshaltung, die (schon während der ersten Schuljahre) eingeübt werden muss. Und zwar zu Hause und in der Schule. Beide Lernorte müssen den jeweiligen Rahmen dafür schaffen.