Schlagwort-Archive: Internet

Zeitgemäße Bildung: Warum Lernen ohne digitale Medien anachronistisch ist (3. Algorithmisierung)

Algorithmisierung der Gesellschaft

DSC_5079

Wenn Schule ihren Anteil zum Verstehen von Welt und Mensch beitragen will, sodass Schülerinnen und Schüler ihr (gesellschaftliches) Leben selbstbestimmt und verantwortlich führen können, müssen die unser Leben (immer stärker) prägenden Algorithmen zu einem Thema zeitgemäßer Bildung werden.

„Rechner und elektrische Verschaltungen können in allen Bereichen der Gesellschaft genutzt werden. Sie sind nicht auf die Vernetzung von Menschen speziali­siert; ebenso wenig dienen sie ausschließlich als Spei­cher kulturellen Wissens. Ohne sie funktioniert kein modernes Auto, kein Finanzmarkt, kein Sicherungssys­tem, keine Verkehrsleitzentrale, keine Operation und kein Krankenhaus, keine Universität und erst recht keine Fabrik mehr. Sie vorrangig als Kommunikations­medium zu erleben, ist mehr dem Vermächtnis Guten­bergs als den Realitäten geschuldet.“ (M. Giesecke)

Um Aufgaben und Wirksamkeit von Algorithmen zu verstehen, bedarf es nicht unbedingt genauer Programmierkenntnisse. Mit Hilfe etwa des PageRank-Algorithmus, seiner Weiterentwicklungen, deren Berechnungen und Funktionen, lassen sich die Einflüsse auf unser Alltagsleben anschaulich darstellen.

„Tätigkeiten, die noch vor Kurzem unzweifelhaft der menschlichen Intelligenz vorbehalten schienen, beispielsweise das Verfassen von Texten oder die Inhaltsanalyse von Bildern, übernehmen inzwischen immer häufiger Maschinen. Bereits 2010 wurde die Anwendung Stats Monkey vorgestellt, die kurze Berichte zu Baseballspielen anfertigen kann.“

„Ein anderes Beispiel sind Algorithmen, die Studentenessays benoten können, […] . Auch ohne weitere Hinweise auf vergleichbare Entwicklungen im Bereich der Bild-, Ton-, Sprach- und Filmanalyse ist schon jetzt deutlich, dass an vielen Fronten die Grenzen zwischen dem, was als kreativ, und dem, was als mechanisch verstanden wird, verschoben werden.“

„Eines der bekanntesten Beispiele für einen evolutionär entwickelten Algorithmus ist sicherlich »Google Flu Trends«. Um vorherzusagen, welche Regionen besonders von der alljährlichen Grippewelle betroffen sein werden, wertet er die geografische Verteilung von Suchanfragen für bestimmte Begriffe aus (zum Beispiel »Erkältungsmittel«). Für die Entwicklung des Programms testete Google 450 Millionen verschiedene Modelle – bis sich eines herausschälte, das lokale Grippeepidemien relativ zuverlässig ein bis zwei Wochen vor den nationalen Gesundheitsbehörden feststellen konnte.“

„Im Zuge dieser Änderungen entstehen immer neue Abstraktionsebenen, so dass der Algorithmus zusätzliche Variablen wie Ort und Zeit der Abfrage ebenso wie das bisherige erfasste Verhalten einer Person berücksichtigt, aber auch ihre Einbindung in ein soziales Umfeld und vieles mehr. 2005 nahm Google diese Personalisierung und Kontextualisierung in seinen Suchalgorithmus auf. Anfänglich konnten die Nutzer selbst wählen, ob sie diese verwenden wollten. Seit 2009 sind sie fester Bestandteil und für alle verbindlich, die über Google eine Suchanfrage starten. Bis Mitte 2013 war der Suchalgorithmus auf mindestens zweihundert Variablen angewachsen. Was relevant ist, bestimmt der Algorithmus also nicht länger primär über die Position eines Dokuments in einer dynamischen, aber für alle existenten äußeren informationellen Welt. Stattdessen weist er Inhalten nun innerhalb eines dynamischen und singulären, das heißt auf jeden einzelnen Nutzer eigens zugeschnittenen Informationskosmos einen Platz zu. Für jede Person wird eine andere Ordnung erstellt und nicht mehr nur ein Ausschnitt einer vorgängig bestehenden Ordnung angezeigt. Die Welt wird nicht mehr repräsentiert; sie wird für jeden User eigens generiert und anschließend präsentiert. Google ist nicht das einzige Unternehmen, das diesen Weg eingeschlagen hat. Von Algorithmen erstellte Ordnungen werden immer stärker darauf ausgerichtet, dem individuellen Nutzer seine eigene, singuläre Welt zu schaffen. Facebook, Partnerbörsen und andere soziale Massenmedien verfolgen diesen Ansatz noch viel radikaler als Google.“

„Zu diesem Zwecke werden von jedem Nutzer Profile angelegt, je ausführlicher sie sind, desto besser für die Algorithmen. Ein Profil, wie es etwa (aber nicht nur) Google erstellt, erfasst den Nutzer auf drei Ebenen: als »Wissensperson«, die sich über die Welt informiert (dazu gehört zum Beispiel das Aufzeichnen der Suchanfragen, des Surfverhaltens etc.), als »physische Person«, die sich in der Welt befindet und sich in ihr bewegt (dazu gehört zum Beispiel die Ortung über das Smartphone, Sensoren im Smart Home oder die Erfassung von Körpersignalen) und als »soziale Person«, die mit anderen Menschen interagiert (dazu gehört zum Beispiel das Verfolgen der Aktivitäten in den sozialen Massenmedien). (F. Stalder)

Wer  diese Entwicklungen erkennen, (ansatzweise) durchschauen, in ihren Konsequenzen diskutieren möchte, für den gehören die Möglichkeiten der Digitalisierung zum Fundament schulischer und persönlicher Bildung, will er sich in der heutigen Welt zurechtfinden und sie menschenwürdig gestalten.

„Algorithmen wie die von Google oder Amazon bilden den technischen Hintergrund für das Revival eines nach wie vor mechanistischen, reduktionistischen und autoritären Ansatzes“ […]

„Eine Konsequenz davon ist […] der ‚Zusammenbruch des Selbstvertrauens des Staates und die Abwertung von Konzepten wie staatlicher Autorität oder öffentlicher Dienst‘. In letzter Konsequenz drohe die Abschaffung der demokratischen Institutionen im Namen der Effizienz.“

„Das von den Autoren angestrebte Ideal ist die ‚freiheitliche Bevormundung‘. Ganz im Geiste der Kybernetik und kompatibel mit den Strukturen der Postdemokratie sollen die Menschen über die Veränderung der Umgebung in die von Experten festgelegte Richtung bewegt werden, während sie gleichzeitig den Eindruck erhalten, frei und eigenverantwortlich zu handeln.

„In den sozialen Massenmedien ist die Fähigkeit, die Umgebung zu manipulieren, höchst einseitig verteilt. Sie ist einzig und allein den Akteuren auf der Rückseite vorbehalten, und diese setzen sie dazu ein, den Profit einer kleinen Gruppe zu maximieren und deren Macht zu erweitern. Man könnte diese Gruppe als den inneren Kern des postdemokratischen Systems bezeichnen, bestehend aus den Spitzen der Wirtschaft, der Politik und der Geheimdienste.“

„Summe all dieser Entwicklungen führt, so der Rechtswissenschaftler Frank Pasquale, zur Entstehung einer Black-Box-Gesellschaft: Immer mehr soziale Prozesse werden mithilfe von Algorithmen gesteuert, deren Funktionsweise nicht nachvollziehbar ist, weil sie systematisch von der Außenwelt und damit von demokratischer Kontrolle abgeschirmt werden.[56] Die sich so immer weiter ausbreitende »Postdemokratie« ist nicht einfach eine liberale Demokratie mit einigen Problemen, die sich durch gut gemeinte Reformen beheben ließen. Es entsteht vielmehr ein neues gesellschaftliches System, in dem die vermeintlich gelockerte Kontrolle über soziales Handeln mit einer verstärkten Kontrolle über die Daten und die Strukturbedingungen des Handelns selbst kompensiert wird. In diesem System werden sowohl die virtuelle als auch die physische Welt auf bestimmte – von einigen wenigen mächtigen Akteuren festgelegte – Ziele hin verändert, ohne dass die Betroffenen eingebunden werden, ja, oftmals ohne dass sie es überhaupt bemerken können.“ (F. Stalder)

Wer mögliche politische Konsequenzen dieser Art ignoriert, verschließt die Augen vor gesellschaftlich bedeutsamen Entwicklungen und kann schulischer Bildung nicht gerecht werden. Hier eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten insbesondere für den Politik-Unterricht und die Bildung einer selbstbestimmten, verantwortungsvollen Persönlichkeit, die ihre Lebenswirklichkeit durchschauen und sie mitgestalten kann.

„Verkaufen, Vorhersagen, Verändern“ (F. Stalder)

Es ist unbestritten, dass wenige große IT-Konzerne den schulischen Markt entdeckt haben und um ihn kämpfen. Hier gilt es, jeglichem Lobbyismus i.S. einer „freien“ Bildung zu begegnen. Dies allerdings ist weniger die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler als der Lehrerinnen und Lehrer sowie der zuständigen politischen Entscheidungsträger.

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Zeitgemäße Bildung: Warum Lernen ohne digitale Medien anachronistisch ist (2. Ent-grenzung)

Ent-grenzung

Die Arbeit mit dem Netz weitet das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler für seine vielfältigen Möglichkeiten als „worldwide web“ und fördert somit den Blick über den Tellerrand und ermöglicht ein weltoffenes, aufgeklärtes Weltbild. (Dass es immer mehr gegenläufige,  ab-grenzende, z.B. nationalistische Tendenzen gibt, ist offensichtlich und ebenso Teil des Netzes. Umso mehr bedarf es hier der Wahrnehmung, Aufklärung und Diskussion.) Nach wie vor bietet das Netz die Möglichkeit weltweiter Verbindungen (in Echtzeit), die in der Schule auf vielfältige Weise realisiert werden können.

„Zur Zeit Gutenbergs entstand mit der Nutzung der typografischen Medien eine ideale Kommunikationsge­meinschaft, die sich selbst als deutsche Nation oder als ‚gemein‘ beschrieb. Der deutsche Nationalstaat einschließlich seiner bis ins 15. Jahrhundert zurückgehen­den Vorläufer ist ein Kommunikationssystem auf ge­sellschaftlichem Spezifitätsniveau. Je stärker seine Sou­veränität wurde, desto klarer traten die Grenzen des Kommunikationsraums hervor – und die Möglichkei­ten der Ab- und Ausgrenzung von Kommunikatoren wuchsen.“ […]

Diese [digitalen Kommunikationsmittel] haben viele Mütter und Väter nicht nur in Europa, sondern mehr noch in den USA und weiteren Ländern. Sie haben keine besonderen Beziehungen zum Christentum; es sind fast globale und jedenfalls sä­kulare Technologien mit universellen digitalen Kodes.“  

„Und damit verlieren nicht nur alle Nationalsprachen an Bedeutung für die Kommunikation, sondern auch der nationale Kommunikationsraum verliert an Zu­sammenhalt. Die Schwächung der Bedeutung von Na­tionalsprachen trägt zur Erosion der Nationalstaaten als Kommunikationssystem bei. Wir erleben die Kehr­seite jener produktiven Symbiose von Sprachausbau und Nationenbildung, die von so vielen Gelehrten in der Neuzeit in Deutschland gefeiert wurde.“

„Der Punkt, an dem wir 2017 in Deutschland sind, ist der, dass zumin­dest keine Einigkeit mehr darüber besteht, ob es noch eine nationale Kommunikationsgemeinschaft gibt, ob sie anzustreben ist und wie andere Kommunikations­systeme auf gesellschaftlichem Spezifitätsniveau – d.h. auf dem Niveau ihrer sie kennzeichnenden Eigenschaf­ten – aussehen könnten […]“ (M. Giesecke)

Giesecke stellt die beiden Medienrevolutionen in diesem Punkt noch einmal  aussagekräftig gegenüber: Während die Gutenberg-Technologie den Nationalstaat beförderte, trägt das Netz zur Internationalisierung bei.

Konkret in der Schule umsetzbar ist sie z.B. durch Skype-Konferenzen mit der jeweiligen Partnerschule z.B. in den USA, Großbritannien oder in Frankreich. Auf diese Weise können die jeweiligen native speaker den Fremdsprachenunterricht  bereichern.

Eine andere Möglichkeit bietet „Mystery Skype“, das „weltweite Ratespiel, das Schülerinnen und Schüler begeistert. Spielerisch lernen sie Geografie und entdecken andere Kulturen, Sprachen sowie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Leben von Kindern auf der ganzen Welt“. Eine japanische Lehrerin, die mich über Twitter ansprach, verband sich (nach mehreren Vorgesprächen und technischen Proben) über Skype mit ihren Schülerinnen und Schülern mit meiner 9. Klasse. Ziel des Spiels ist es, den jeweiligen Aufenthaltsort der anderen Gruppe mit Hilfe von Ja-/Nein-Fragen herauszufinden. 30 Minuten dauerte es, bis meine Klasse den japanischen Ort erriet. Bis dahin wurde nach kurzer, scheuer Anfangsphase engagiert und extrem motiviert mit Atlanten, GoogleMaps, Wikipedia, usw. recherchiert, während andere sich mit der Übersetzung der Fragen ins Englische beschäftigten.
01

02

Selten stand die intrinsische Motivation so sehr im Zentrum einer Stunde. Aus diesem Wettbewerb ergeben sich unter idealen Umständen weitere Kontakte,  umfangreicher vorbereitet, z.B. in den sprachlichen Fächern, ebenso in Erdkunde, Geschichte, Politik, usw.

Ich selbst werde demnächst mit meiner (neuen) Tabletklasse im Fach Katholische Religion von einem symbolträchtigen christlichen Ort aus mit der japanischen Gruppe „Mystery Skype“ spielen, bevor wir uns dann näher mit deren Religion beschäftigen.

 

 

 

Zeitgemäße Bildung: Warum Lernen ohne digitale Medien anachronistisch ist (1. Prozessorientierung)

WP_20170627_12_01_03_Pro

Niedrigschwelliger Beginn: Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist bereits fortgeschritten; trotzdem stehen wir erst am Anfang einer durchgreifenden Umwälzung aller gesellschaftlicher Bereiche, deren Auswirkungen vergleichbar sind mit denen der letzten Medienrevolution, der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg im 15. Jahrhundert.

„Das Internet und seine Nutzung ist vor allem für junge Menschen heute so selbstverständlich wie Essen, Trinken oder Schlafen.“  Dieser zentrale Satz aus der aktuellen JIM-Studie unterstreicht einerseits die Bedeutung des Netztes für die Jugendlichen und rückt das Medium andererseits in den Mittelpunkt schulischen Interesses. Ohne Übertreibung kann das Internet als LEITMEDIUM (i.S. von: das Medium, das die Jugendlichen am stärksten prägt) bezeichnet werden, auch wenn es für viele Lehrerinnen und Lehrer diesen Stellenwert noch nicht erreicht haben sollte.

„Ein Merkmal der Bildung, das nahezu allen modernen Bildungstheorien entnehmbar ist, lässt sich umschreiben als das reflektierte Verhältnis zu sich, zu anderen und zur Welt.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Bildung).

Es ist das Netz selbst, das unsere Welt und das (pluralistische) Mensch-Sein in ihr widerspiegelt. Souveräne Partizipation daran muss Teil schulischer Bildung sein, will sie die Gegenwart nicht ignorieren. Falls das digitale Medium in Schülerhand nur Stift und Papier ersetzt und somit „analoge Schule“ lediglich digitalisiert, bleiben seine eigentlich bedeutsamen Potenziale für die schulische und persönliche Bildung ungenutzt (vgl. SAMR-Modell ).

(Die folgenden Überlegungen wurden angeregt durch Grundzüge kulturvergleichender medialer Trendforschung – Von den nationalen Kommunikationsräumen des Buchdrucks zu den globalen Netzen der digitalen Medien von Michael Giesecke, in: LOG IN. Heft Nr. 187/188 (2017), S. 20-31 und Kultur der Digitalität von Felix Stalder, Berlin 2016).

Auf diesem Hintergrund möchte ich an einigen Punkten aufzeigen, warum ein zentrales Merkmal „digitaler Schule“ die Arbeit mit dem und die Reflexion über das Internet sein sollte, wenn Schule und zeitgemäße Bildung zusammengehören.

  1. Prozessorientierung

„Gutenbergs Technologie ist in ihrer Hardware und den ästhetischen Ansprüchen von Beginn an fertig und vollendet gewesen.“ – „Die neuen elektronischen Kommunikationsmedien sind unfertig auf die Welt gekommen, und man kann den Eindruck gewinnen, dass sie nie fertig wer­den, nicht hardwareseitig und erst recht nicht, was die Software angeht“. (M. Giesecke)

„Auch in der Alltagspraxis […] geht es nicht um Zeitlosigkeit, sondern darum, dass die etablierten Sinnzusammenhänge nach kurzer Zeit meist wieder obsolet geworden sind und sie deswegen kontinuierlich affirmiert, erweitert und verändert werden müssen, um das Feld, das sie definieren, relevant zu halten. Das verleiht der Referentialität einen performativen Charakter, der produktive und reproduktive Dimensionen zusammenführt.“ (F. Stalder)

Während u.a. das Schulbuch alter Prägung im 1. Jahr seiner Nutzung denselben Inhalt aufweist wie im 10. Jahr, ist das Netz andauernder Veränderung unterworfen. Diesen Prozess wahrzunehmen, zu begreifen, ihn, z.B. durch die Arbeit auf einem Wiki, selbst zu gestalten, ermöglicht Teilhabe, die zu souveränem und mündigem Verhalten im Netz führt. Die Kooperation auf einer gemeinsamen Plattform wie z.B. der eines Wikis ermöglicht gegenseitige Bezugnahme, Peer-Feedback, Kommentare, die dann zur Grundlage für die Weiterarbeit werden können. Auch die Gesamtstruktur des Wikis ist stetiger Veränderung unterworfen: Es wächst und erfordert weitere Strukturierungen, die die Schüler*innen live miterleben und selbst (mit-)gestalten können.

„Das »authentische Selbst« wird – anscheinend ganz klassisch – mit Referenz auf die Innenwelt, etwa das persönliche Gewissen, die persönlichen Interessen oder Begehren, entworfen. Diese Innenwelt als Kern der Persönlichkeit stellt jedoch nicht mehr ein unwandelbares Wesensmerkmal, sondern eine temporäre Position dar. Auch die radikale Neuerfindung kann heute als authentisch gelten.  […]  Auch wird keine Kohärenz des Kerns mehr verlangt. Es ist kein Widerspruch, in verschiedenen gemeinschaftlichen Formationen jeweils unterschiedlich als »ich selbst« aufzutauchen, denn jede Formation ist umfassend, das heißt die ganze Person ansprechend, und gleichzeitig partiell, weil nur auf ein bestimmtes Ziel und nicht auf alle Lebensbereiche hin ausgerichtet. Ähnlich wie beim Remix und anderen referentiellen Verfahren geht es hier nicht darum, Authentizität zu bewahren, sondern sie jeweils im Moment herzustellen. Über den Erfolg beziehungsweise Misserfolg dieser Anstrengungen entscheiden die anderen mittels kontinuierlichen Feedbacks. Ein Like nach dem anderen.“ (F. Stalder)

Der für Jugendliche alltägliche Kommunikationsfluss in Social Media (WhatsApp, Instagram, YouTube, Facebook) spiegelt genau die von Stalder analysierte Prozesshaftigkeit der (eigenen) Persönlichkeit in ihnen wider. Sie sollte somit (unverzichtbarer) Bestandteil des Unterrichts, der zur persönlichen Bildung durch Wahrnehmung und Reflexion dieser jeweiligen Spiegelungen des Selbst beiträgt, sein.

Kompetenzen von Lehrkräften für das Unterrichten mit digitalen Medien (Teil 1)

WP_20171222_10_25_38_Pro

Der lesenswerte Beitrag der Forschungsgruppe Lehrerbildung Digitaler Campus Bayern zum Thema listet einerseits die Schülerkompetenzen auf, die die Grundlagen für  „ein sachgerechtes, selbstbestimmtes, kreatives und sozial verantwortliches Handeln in der medial geprägten Lebenswelt“  bilden („Medienbildung in der Schule“, Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 8. März 2012, S. 3. Siehe ebenso „Bildung in der digitalen Welt – Strategie der Kultusministerkonferenz“ vom 8. Dezember 2016). Andererseits gibt der Beitrag einen Überblick über die daraus resultierenden Kompetenzen von Lehrkräften. Ohne die detaillierten Erläuterungen hier zu wiederholen, beschränke ich mich auf die zusammenfassende Übersicht:

Medienbezogene Lehrkompetenzen von Lehrkräften

Planung und Entwicklung

  • Planung des Einsatzes digitaler Medien
  • Gestaltung mediengestützter Lehr-Lernszenarien
  • Identifikation und Einbindung von Software und medientechnischen Optionen
  • Ermöglichung selbst bestimmter, kreativer und eigenaktiver Mediennutzung
  • Berücksichtigung medialer Erfahrungen der Schüler
  • Berücksichtigung medienrechtlicher und -ethischer Konzepte
  • Berücksichtigung motivationaler und emotionaler Faktoren
  • Entwicklung von Lehr-Lern-Arrangements zur Förderung von Reflexionsfähigkeit
  • Entwicklung von Lehr-Lern-Arrangements zur Förderung von Selbststeuerungskompetenz

Realisierung

  • Diagnose des aktuellen Kompetenzniveaus der Schülerinnen und Schüler
  • Feststellung der Effizienz und Effektivität digitaler Lehr-Lern-Arrangements
  • Förderung von Lernprozessen durch adaptive Unterstützung
  • Strategien zur Lösung typischer medientechnischer Probleme
  • Strategien zum Umgang mit medienbezogenen Verhaltensproblemen

Evaluation

  • Sammlung und Auswertung von Informationen zu Lernprozessen und Lernerfolg
  • Reflexion des Einsatzes digitaler Medien im Unterricht

Sharing

  • Strukturierte Beschreibung digitaler Lehr- und Lern-Arrangements
  • Kommunikation und Weitergabe digitaler Unterrichtsszenarien
  • Recherche, Beurteilung und Adaption fremder digitaler Unterrichtsszenarien

Wie können LehrerInnen diese Kompetenzen erwerben?

Die Ausgangssituationen sind vielfältig: KollegInnen, die sich seit Jahren selbstständig fort- und weitergebildet haben, stehen der großen Gruppe derer gegenüber, die – ähnlich wie die meisten SchülerInnen – u.a. über Anwendungskompetenzen im Bereich Social Media sowie über grundlegende Fähigkeiten z.B. in der Textverarbeitung verfügen.

Über kurz oder lang wird die Digitalisierung in ihrer Breite die Schulen erreichen, und eine Fort- und Weiterbildung der LehrerInnen wird, neben der technischen Ausstattung der Schulen, zentrales Thema werden. Welche Inhalte könnte diese Weiterbildung enthalten? Ich möchte an dieser Stelle in lockerer Folge auf einige aufmerksam machen.

  1. Das Persönliche Lernnetzwerk (PLN)

Jede/r Lehrerin, die sach- und fachgerecht mit digitalen Medien unterrichten möchte, sollte ihr/sein PLN entwickeln.  Solange  die Entwicklung „digitaler Schule“ an Einzelnen oder Wenigen je Schule hängt,  ist eine Vernetzung mit Gleichgesinnten wichtig, bereichernd und inspirierend. Recherche, Information, Kommunikation über Social Media (Facebook, Twitter)  ermöglichen neue Ideen, gegenseitige Unterstützung und Erfahrungsaustausch. Das PLN hilft, den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu weiten. Dadurch entstehen Kontakte, die in persönliche Beziehungen münden können, wenn man sich z.B. auf einschlägigen Veranstaltungen trifft.

Fünf für mich grundlegende Vor-Denker und -Arbeiter, von denen ich viel lernen durfte, sind:

Darüber hinaus sollte die/der LehrerIn sich möglichst täglich im Netz bewegen, um sich dort „auszukennen“. Das Internet sollte zum Leitmedium werden, seine unüberschaubare Größe sollte erfahrbar, Methoden zur Orientierung sollten eingeübt, Kenntnisse über seriöse / unseriöse Webseiten erworben und letztlich ein Gefühl für dieses dynamische Medium erlangt werden, das die nötige Sicherheit im Umgang damit im Unterricht gibt.

 

 

Medienkompetenzen zertifizieren

Schule vermittelt Kompetenzen, bewertet und zertifiziert sie. Somit entsteht auch im Bereich „digitaler Schule“ die Notwendigkeit, die Medienkompetenzen der SchülerInnen  erkennen, bewerten und zertifizieren zu können.

WIN_20160607_08_36_07_Pro

Vergleicht man die Medienkompetenzen solcher SchülerInnen mit denen derjenigen, die die herkömmliche „analoge Schule“ absolvieren, sind in den meisten Fällen deutliche Unterschiede festzustellen:  Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind diejenigen, die täglich mit dem Tablet (und dem Netz) arbeiten, jenen meilenweit voraus. Selbstverständlich sollten die betreffenden Kompetenzen auch zertifiziert (und beispielsweise dem Zeugnis beigefügt) werden.

Der lesenswerte Beitrag der Forschungsgruppe Lehrerbildung Digitaler Campus Bayern  listet die zu vermittelnden Schülerkompetenzen (inkl. anschaulicher Erläuterungen) klar und deutlich auf:

Zielkompetenzen

der Schülerinnen und Schüler

Bedienen und Anwenden

digitaler Medien

 

Suchen und Verarbeiten von Informationen

mithilfe digitaler Medien

 

Kommunizieren und Kooperieren

mit digitalen Medien

 

Produzieren und Präsentieren

mit digitalen Medien

 

Erkennen von Lernpotenzialen und Entwickeln von Lernstrategien

mit digitalen Medien

Erwerben und Anwenden von Wissen

über digitale Medien

Analysieren, Reflektieren und Diskutieren

über digitale Medien

 

Selbstreguliertes und verantwortungs-bewusstes Handeln

mit digitalen Medien

 

Um diese Kompetenzen differenziert vermitteln, erkennen und bewerten zu können, bedarf es selbstverständlich ihrer ebenso auf der Seite der LehrerInnen. Auch darauf geht der Beitrag dezidiert ein (ich komme später darauf zurück).

Da weit und breit diesbezügliche LehrerInnenfortbildung  nicht (oder kaum) stattfindet, haben wir jetzt schulintern damit begonnen.

Digitale Prüfungsformen in der „analogen Schule“ sind möglich

WP_20170515_07_57_37_Pro

Viele Kolleginnen und Kollegen machen sich auf den Weg „zeitgemäßer Bildung“ und versuchen mit dem Einsatz digitaler Medien in der Schule ihre SchülerInnen auf die Anforderungen im Studium und im Beruf des 21. Jahrhunderts angemessen vorzubereiten. Das entspricht voll und ganz dem Bildungsauftrag der Schule.

Die Arbeitsweise „digitaler Schule“ und die momentan bestehenden Strukturen prallen oftmals dort aufeinander, wo der freie Gestaltungsraum der LehrerInnen geringer wird: in Klassenarbeiten und Klausuren. Wer regelmäßig digitale Medien (nicht nur) zur Recherche, sondern ebenso z. B. kollaborativ verwendet, wer das Internet als Wissensspeicher kritisch zu nutzen weiß, wer sich in einem Lernnetzwerk befindet, der sieht sich durch die klassischen Prüfungsformen (jeder für sich, ohne Internetzugang, mit Papier und Stift) zurückversetzt in eine Zeit und Lernkultur, die als überwunden galt.

Wie kann man nun trotzdem in dieser, für die meisten Kolleginnen und Kollegen alltäglich-realen Schulumwelt, digitale Prüfungsformen realisieren, um den pädagogischen Mehrwert „digitaler Schule“ auch in Klassenarbeiten bzw. Klausuren hinein zu tragen?

Seit fast zwei Jahren unterrichte ich meine Tabletklasse auch im Fach Deutsch, und seitdem habe ich ausschließlich digitale Klassenarbeiten geschrieben. Wir arbeiten auf einem Wiki, kollaborative Arbeitsformen sind den Schülerinnen und Schülern somit vertraut. Aus datenschutzrechtlichen Gründen muss eine Klassenarbeit/Klausur in einem nichtöffentlichen Raum stattfinden. Deshalb sende ich den SchülerInnen zu Beginn der Arbeitszeit alle nötigen Materialien per (vorbereiteter) Mail zu. Neben offenen Dateien gibt’s zusätzlich immer auch ein PDF, auf das im Notfall zurückgegriffen werden kann. Texte können wahlweise digital oder analog (bei einer Lektüre z.B. im Buch) bearbeitet werden.

In der 8. Klasse stand am Ende der Unterrichtsreihe zu Hermann Hesses „Unterm Rad“ folgende Klassenarbeit:

AUFGABEN:

  1. Welche Aspekte des Romans „Unterm Rad“ hältst du für aktuell? Zur Meinungsbildung kannst du sowohl den Roman als auch die Unterrichtsergebnisse auf dem Wiki zu Hilfe nehmen.
  2. Welche der folgenden Webseiten würdest du MitschülerInnen einer 8. Klasse zur Orientierung über den Roman (nicht) empfehlen? Wähle jeweils eine empfehlenswerte bzw. nicht empfehlenswerte aus und begründe deine Meinung:

2.1http://www.schultreff.de/referate/deutsch/r0820t00.htm

2.2 http://www.dieterwunderlich.de/Hesse_rad.htm#cont

2.3 http://www.lesekost.de/deutsch/nobel/HHLDN04.htm

2.4 http://www.neuewoertlichkeit.de/unterm-rad/

2.5 http://www.dw.shuttle.de/dw/kreisgymftldeu/deutsch2.htm

 

  1. Überarbeite deinen Text noch einmal sorgfältig.

Sende mir deine Lösung spätestens um 8.55 Uhr per Mail zu.

Was üblicherweise in Klassenarbeiten deutscher Gymnasien ausgespart bleibt (WLAN, Internet, Zugriff auf – auch von MitschülerInnen – in der UR Erarbeitetes, Medienkompetenzen zur kritischen Beurteilung von Webseiten), findet in dieser Prüfungsform seinen (während der Unterrichtsreihe vermittelten und geübten) Platz.

Nach meiner Korrektur (mit der Kommentarfunktion von Word bzw. LibreOffice) sende ich sie den SchülerInnen zu Beginn einer Präsenzstunde wieder per Mail zu.

Digitale Medien bieten zahlreiche Möglichkeiten der individuellen Förderung. Dies zeigt sich besonders in der Korrekturphase der Klassenarbeit/Klausur, die wiederum auf dem Wiki stattfindet.  Zunächst erstellt jede/r SchülerIn eine Statistik ihrer/seiner Fehler (nach Fehlerarten), sodass sie/er sprachliche Stärken und Schwächen unmittelbar reflektieren kann und abhängig davon anschließend ihre/seine persönlichen Schwächen mit interaktiven Übungen, die ich als Links zur Verfügung stelle, beheben kann. Im Extremfall ergibt sich hier eine Situation, in der jede/r SchülerIn ihren/seinen eigenen Lernweg verfolgt. Folgende Links (Übungen zur Rechtschreibung und Grammatik)

sind brauchbar:

https://www.learningsnacks.de/share/551/

http://bit.ly/2mJZfOG

http://www.online-lernen.levrai.de/index.htm

https://ivi-education.de/

 

Weiterhin wird die korrigierte Klassenarbeit auf das Wiki hochgeladen und hier (etwa vom Tischnachbarn) wiederum korrigiert, z. B. durch Fettmarkierung der (inhaltlichen und sprachlichen) Fehler. Nach einem erläuternden Gespräch darüber gilt das Feedback dem einzelnen Schüler als Grundlage zur erneuten Korrektur seines Textes. Ggf. erfolgt eine weitere Korrektur/ein weiteres Feedback, bis ein zufriedenstellender Erfolg erzielt ist.

 

Was kommen muss: digitale Prüfungsformen

Einmal gesetzt den Fall, dass Prüfungsformen (wie z.B. Klassenarbeiten bzw. Klausuren) nicht generell abgeschafft werden, da zumindest ein großer Teil ihrer Zielsetzungen als relevant eingestuft wird: Jetzt ist es an der Zeit, digitale Prüfungsformen einzuführen.

WP_20170222_08_18_11_Pro

Mehr und mehr machen sich LehrerInnen auf den Weg der „digitalen Schule“ und unterrichten (wo es passt/überwiegend/ausschließlich) mit digitalen Medien. Im Unterricht (und außerunterrichtlich) werden also selbstverständlich z.B.:

  • Internetnutzung
  • Binnendifferenzierung
  • Kooperation/Kollaboration
  • Kommunikation

Meine 8. Klasse arbeitet seit Beginn des Schuljahrs in den meisten Fächern täglich mit Tablets (2-in-1-Geräte, BYOD). Im Klassenraum wird durch einen Access-Point WLAN hergestellt, die SchülerInnen können über einen Beamer ihr Display auf die große Leinwand projizieren, ein Soundsystem sorgt für guten Ton.

Im Fach Deutsch besprechen wir seit 4 Wochen Hesses „Unterm Rad“. Der Roman wurde kapitelweise mit Hilfe eines Lesetagebuchs bearbeitet, wobei den SchülerInnen unterschiedliche Aufgabenformate vorgelegt und mit unterschiedlichen Methoden gearbeitet wurde. So konnten sie in dieser Zeit u.a.

  • einzelne Kapitel kurz zusammenfassen oder nacherzählen
  • an geeigneten Stellen den Text verändern oder weiterschreiben
  • einen Brief an eine Person schreiben
  • aus der Sicht einer Person eine Tagebucheintragung formulieren
  • aufschreiben, was ihnen gut oder nicht so gut gefällt
  • aus einzelnen Textstellen eine kreativ gestaltete Geschichte (Video, Standbild, Audio, Foto, Collage, MindMap, Sway, usw.) entwerfen
  • ihren Text mit http://www.schreiblabor.com/ überprüfen lassen

Alle Produkte wurden auf unser Wiki hochgeladen, wo sie für jede/n jederzeit sicht- und rezipierbar sind. Schon zur Gewohnheit geworden ist uns dabei das Peer-Feedback: Jeder gibt seinem Tischnachbarn ein FB, dessen Kriterien von mir vorgegeben sind und das möglichst präzise und konkret formuliert sein soll, damit es Grundlage effizienter nochmaliger Überarbeitungen sein kann. Leicht erkennbar ist, dass uns wesentliche Merkmale digitaler Schule (s.o.) dabei zu ständigen Begleitern geworden sind.

Gerade im Falle dieser Unterrichtsreihe erübrigt sich m.E. eigentlich die an ihrem Ende obligatorische Klassenarbeit – das erarbeitete Lesetagebuch umfasst so viele Facetten der SchülerInnenleistungen, es könnte ohne weiteres als Lernportfolio die Klassenarbeit ersetzen.

Traditionelle Klassenarbeiten überprüfen u.a. die individuelle Lernleistung mit Hilfe meistens einer vorgegebenen Aufgabe in einer festgesetzten Zeit, die mit Stift und Papier und dem Hilfsmittel eines Wörterbuchs bearbeitet werden soll.  Die einschränkenden Anachronismen zur Arbeit in der digitalen Schule sind dabei mit Händen zu greifen, wenn man einmal die für die SchülerInnen in den letzten Wochen gewohnte Arbeit (s.o.)damit vergleicht.

Noch deutlicher werden die Differenzen beim Blick auf zentrale Abschlussprüfungen, z.B. das Zentralabitur: Ganz traditionell bilden sich hier die üblichen Prüfungsformen, unabhängig jeglichen Einsatzes digitaler Medien, überdeutlich als anachronistisch ab.

Es bedarf, wollen wir unsere SchülerInnen innerhalb der für die Notenvergabe  relevanten Prüfungssituationen nicht wieder in vorzeitige Rituale zurückversetzen, jetzt alternativer Prüfungsformen, die die für zeitgemäßes Lehren und Lernen angemessenen Grundlagen berücksichtigen und z.B. die o.g. Arbeitsmethoden integrieren. So ist z.B. vorstellbar, dass Klassenarbeiten ersetzt werden durch Lernportfolios (s.o.), dass kooperative Elemente integriert werden, dass das Internet (z.B. als Wissensspeicher) selbstverständlicher Bestandteil der Arbeit wird, dass Texte mit Bildern, Videos, Audios, Podcasts, Links usw. angereichert werden, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Webinhalten stattfindet. Erst dann können – neben dem Unterricht – auch die Prüfungsformate als zeitgemäß anerkannt werden.