Grundlage des Erfolgs

Einerseits arbeiten die Schüler während der Unterrichtsphasen (und darüber hinaus) selbständig und differenziert, was einen, im Vergleich zum linear-analogen Unterricht, deutlichen Kontrollverlust des Lehrers bewirken kann. Andererseits sorgen gemeinsame (Internet-)Plattformen, kollaborative Tools und geteilte Ordner für ständige Transparenz. War das geschlossene Heft im Ranzen für niemanden sichtbar – nur der Schüler wusste, was es (nicht) enthielt- ist seine Arbeit nun für alle, somit auch den Lehrer, permanent einsehbar. Diese Transparenz schafft für alle Beteiligten größtmögliche Offenheit (und Gerechtigkeit). Die Schüler informieren sich über die Arbeitsweise, den Arbeitsprozess anderer, sie tauschen sich darüber aus und erhalten  Impulse für die eigene Arbeit. Lücken, Fehler, Unerledigtes wird aber ebenso gnadenlos offenbar.

Schon jetzt zeichnet sich ab: Diejenigen, die auch in der „analogen Schule“ organisiert arbeiteten, sind auch jetzt in der Lage, ihre Arbeit zu strukturieren, Ordnersysteme anzulegen usw. Diejenigen (ca. 10%), denen dies auch bisher nicht gelang, fallen durch die o.g. Transparenz deutlich mehr auf. Beide erhalten schneller ein klares, zeitnahes Feedback.

Fundamentale  Voraussetzung fürs erfolgreiche digitale (Lehren und) Lernen ist deshalb die Fähigkeit, seine Arbeit übersichtlich zu strukturieren. Ihr zugrunde liegt eine Arbeitshaltung, die (schon während der ersten Schuljahre) eingeübt werden muss. Und zwar zu Hause und in der Schule. Beide Lernorte müssen den jeweiligen Rahmen dafür schaffen.

 

Es ist viel passiert: Tablet-Projekt

Seit über einem halben Jahr arbeiten wir an der Erweiterung unseres Medienkonzepts: Die Zeit ist reif für unser erstes schulisches Tablet-Projekt, wir starten im nächsten Schuljahr.

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  • Das Konzept steht
  • Die Entscheidung für Windows ist gefallen
  • Das Elternvotum: einstimmig
  • Das Modell: TrekStor SurfTab duo W1 VolksTablet, 39343 (mit Tastatur), Windows 10
  • Schuleigene Cloud
  • WLAN-Anschluss und kabellose Verbindung mit dem Beamer
  • Unabhängigkeit – keine Verträge mit außerschulischen Firmen
  • Unterstützung durch die Schulleitung, enge Kooperation mit der Netzwerk-AG
  • Interessierte Lehrer im W-Team
Wir starten mit einer Klasse 8 (Gymnasium), alle Schüler kaufen sich ein und dasselbe Gerät selbst. Somit sind etwaige Garantieansprüche leichter realisierbar. Die Lehrerinnen und Lehrer arbeiten mit demselben Gerät. Das Pilotprojekt dauert zwei Jahre – währenddessen werten wir intern den (vermuteten) didaktischen Mehrwert aus, um ihn anschließend grundlegend zu evaluieren. Am liebsten wäre mir hierzu noch eine außerschulische Institution. Gearbeitet wird mit dem Tablet in fast allen Fächern, aber nicht durchgängig. Heft/Stift werden nicht ausgetauscht, sondern ergänzt. Word, PowerPoint, Excel online, OneDrive und OneNote – neue Tools unserer schulischen Arbeit. Die Motivation ist sehr hoch, einige Schüler haben sich das Gerät schon vorab gekauft, um sich einzuarbeiten.
Die zwei Jahre der Pilotphase stelle ich mir äußerst spannend vor: Es wird ein Nehmen und Geben im Klassenraum, eine neue Art der Kooperation. Grundlegendes (Ordnung, Struktur) wird weiterhin fundamental bleiben, zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnen insbesondere Spielräume für individuelles Lernen, digitales Lernen wird alltäglich.