Tod und Auferstehung Jesu – mit Playmobil in Szene gesetzt

 

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Das Thema „Jesu Tod und Auferstehung“ ist ein Kernthema des Religionsunterrichts. Historischer Hintergrund, synoptischer Vergleich, redaktionelle Entwicklungen, Emmaus als zentrale Erscheinungsgeschichte – im Zentrum dieser Unterrichtsstunden stehen Texte und deren Besprechungen.

In meinen Oberstufenkursen arbeite ich überwiegend mit digitalen Endgeräten: mit Handys in der Schule, zu Hause verwenden die SuS dann ihren PC oder Laptop.

Der Einsatz von Playmobilfiguren im RU eines Gymnasiums? Und dann noch zur „Verfilmung“ von Jesu Tod und Auferstehung? Ein gewagtes Unterfangen, das ich mir bis vor kurzem kaum vorstellen konnte. Ausgehend von der Verleihung des Grimme Online Awards an Sommers Weltliteratur to go sowie der Produktion von Videos mit Playmobilfiguren im DU einer Tabletklasse wagte ich mich an die Umsetzung auch mit  SuS der Oberstufe, die sich außer im Fach Katholische Religion wie üblich in der „analogen Schule“ bewegen.  Um es vorwegzunehmen: Es gelang eine Auseinandersetzung mit dem Thema, die tiefer reichte als bloße Textuntersuchung.
Zielgruppe: SchülerInnen Sek. II
Kontext: Christologie: Jesu Tod und Auferstehung
Kompetenzerwartungen:

  • SuS stellen die Relevanz religiöser Fragen und Inhalte und die Art ihrer Rezeption anhand von Werken der Kunst, Musik, Literatur oder des Films dar.
  • SuS analysieren kriterienorientiert biblische Texte unter Berücksichtigung ihres Entstehungszusammenhangs und verfügen über die dazu erforderlichen Fachbegriffe.
  • SuS sprechen angemessen und reflektiert über Fragen nach Sinn und Transzendenz.
  •  SuS untersuchen biblische Texte und erarbeiten deren Merkmale und Funktionen sowie die Konstellation der Figuren, deren Charaktere und Verhaltensweisen.
  • SuS verändern unter Verwendung akustischer, optischer und szenischer Elemente Texte und präsentieren ihre Ergebnisse in medial geeigneter Form.
  • SuS kommunizieren und organisieren ihren Arbeitsprozess von der Planung und Recherche über die Produktion bis hin zur Präsentation.
  • SuS erlernen und wenden filmische Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten an.
  • SuS entwickeln ästhetische Wahrnehmung und kritisches Bewusstsein gegenüber Medienangeboten.
  • SuS diskutieren und bewerten die Videos anhand vorgegebener Kriterien.
  • SuS reflektieren ihren Lernprozess.

 

1. Schritt: „Historische Daten“ der Kreuzigung/Auferstehung Jesu

2. Schritt: Vergleich der Evangelientexte zur Kreuzigung Jesu:  Mk, Mt, Lk, Joh

3. Schritt: Vergleich der letzten Worte Jesu: Mk, Mt, Lk, Joh (Lernplattform Wiki)

4. Schritt: Erarbeitung von Thema, Gedankengang und Intentionen des Kessler-Textes „Heaven – nicht sky“  (aus „Christ in der Gegenwart“, 16/ 2006, S. 126) – Peer-Feedback (Wiki)

5. Schritt: Gruppenarbeit (4/5 SuS): Bitte erstellt kurze (max. 3 Min.) Videos zur Erzählung von Jesu Tod und Auferstehung Mk 15,33 – 16,8 oder Mt 27,45 – 28,10! (Zeit: 3 Wochen, im und außerhalb des Unterrichts, ca. 14 Stunden)                            Arbeitsschritte:

  • Nochmalige Bearbeitung der Texte (analog: Textmarker, Stift/Notizen)
  • Begründung der Auswahl eines Textes (Wiki)
  • Hauptaussagen?
  • Entscheidungen: Was soll gezeigt, was soll nicht gezeigt werden? Warum (nicht)?
  • Entscheidungen: Wie können die Hauptaussagen am besten visualisiert werden?
  • Formulierung der zu sprechenden Texte (mindestens Stichwörter)
  • Erstellung des Storyboards (Abfolge des Videos)
  • Aufnahme des Audios
  • Aufnahme des Videos (z.B. mit Handy, Kamera)
  • Schnitt
  • Organisiert eure Arbeit sorgfältig, und erstellt einen genauen Arbeitsplan (wer macht wann was?) auf einem ZumPad!

Beispiel: Mk 15,33 – 16,8

6. Schritt: Vorstellung und Besprechung der Videos

Beispiel zu Mk15,33 – 16,8. Hier ist der Lösungsansatz des „Films im Film“, der es möglich macht, Erklärungen einzufügen und die erzählerischen Funktionen des Textes zu betonen, besonders wirkungsvoll. Dadurch können metaphorische Elemente als solche dargestellt werden.

Beispiel zu Mt 28,1-10. Die Schülerinnen legten besonderen Wert auf ihre (adressatengerechten) Übersetzungen des Textes („Ich bin der Glauben, Jesus ist nicht hier.“).

Beispiel zu Mt 27,45 – 28,10. Die SuS legten den Schwerpunkt auf die musikalische Umsetzung des Themas.

7. Schritt: Gemeinsame Bewertung der Videos: Bewertungsbogen
8. Schritt: Zum Abschluss reflektierten die SuS ihren Lernprozess, indem sie mit der Besprechung der Evangelientexte, wie sie im „normalen“ RU Standard sind, verglichen: Reflexion

 

Schule.digital

Willkommen 

Zur 2. Veranstaltung Schule.digital, in deren Zentrum das Thema Lernen und Lehren mit digitalen Medien stand, fanden sich zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer aus Grund- und weiterführenden Schulen der Region sowie dem eigenen Kollegium zusammen. Auch Ehemalige, Vertreter unterschiedlicher regionaler Institutionen und Hochschulen sowie der bischöflichen Schulen im Bistum waren anwesend, um sich u.a. über unser Tabletklassen-Konzept sowie dessen technische und inhaltlich-pädagogische Realisierung zu informieren.

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Andreas Büsch, Professor für Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaft sowie Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz an der KH Mainz hielt den kurzweiligen Impulsvortrag zum Thema „SchülerInnen und LehrerInnen – treffen (Medien-)Welten aufeinander? Was Natives von Immigrants lernen können“ und stand im anschließenden Gespräch Rede und Antwort.

Nach dem gemeinsamen Essen in der lichtdurchfluteten Mensa wählten die Gäste unter mehreren Session-Angeboten aus. „Bitcoin, Blockchain, Künstliche Intelligenz & Co. – Was heißt das eigentlich und warum ist es für Lehrer relevant?“ – dieses Thema bot Robert Bouschery, CFG-Abiturjahrgang 2011, Managing Director von PIRATE GLOBAL/Köln an.

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Frajo Ligmann, Lehrer und Koordinator der iPad-Klassen am Gymnasium Würselen und mehrfach ausgezeichneter Pionier in Sachen „digitale Schule“, bot zwei Sessions an: „Vom Scheitern zum Erfolg – Entwicklung eines digitalen Bildungskonzepts am Gymnasium Würselen“ sowie „Flipped Classroom – didaktisch sinnvoller Einsatz von Erklärvideos“.

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Oliver Bülles ist Medienberater im Kompetenzteam des Kreises Düren, Lehrer am Nelly Pütz Berufskolleg und bot das Thema „Interaktive Videogestaltung mit H5P“ an.

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Parallel zu den beiden letzten Sessions fand eine Konferenz der Vertreter der bischöflichen Schulen statt, in der Jürgen Drewes, Organisator des Tages und Leiter einer Tabletklasse, Einblicke in deren Arbeit und Konzept ermöglichte. Außerdem gab es die Möglichkeit kurzer Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern, bevor sich ein Erfahrungsaustausch und weitere Informationen seitens der Schulabteilung anschlossen.