Schlagwort-Archive: Analyse

Meine ersten Learningapps

Habe soeben meine ersten Learningapps erstellt:

1. Finde die Zitierfehler!

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2. Rhetorische Stilmittel, Teil 1

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3. Rhetorische Stilmittel, Teil 2

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4. Kennst du die Zitier-Regeln?

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Die 1. digitale Klassenarbeit

 

Hoch konzentriert und fokussiert auf ihren Bildschirm arbeiten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse während ihrer ersten digitalen Klassenarbeit. Dabei haben sie es mit einem eher klassischen Thema, der Analyse einer Kurzgeschichte, zu tun.

 

 

Die Aufgabe inkl. Text sendete ich ihnen im Klassenraum per Mail, ihre fertigen Arbeiten kommen auf demselben Weg zurück: alles problemlos.

Korrigiert habe ich mit der Kommentar-Funktion von WORD. Die Kommentare enthalten das klassische Fehlerzeichen.  Angefügt habe ich den Erwartungshorizont sowie die entsprechende (maximale und erreichte) Punktzahl. Trotz der Unterstützung durch Rechtschreib- und Grammatikprüfung ist die Fehlerzahl in den Arbeiten (im Vergleich zu früheren, analogen) meistens unverändert hoch. Wer z.B. Rechtschreib- und Kommaregeln beherrscht, kann sie eben auch mithilfe der Tastatur umsetzen (und umgekehrt). Das Ergebnis der Klassenarbeit ist (im Durchschnitt) etwas besser als früher.

Die Schüler erhalten ihre Arbeit in zwei Versionen zurück: ein PDF (zum Speichern) und eine offene, zu bearbeitende Datei.

Die Korrektur findet folgendermaßen statt: Mithilfe des Erwartungshorizonts sowie der Fehlerzeichen verbessern die Schüler eine Kopie der korrigierten Arbeit, sodass ein (möglichst) fehlerfreier Text entsteht, der dann in Partnerarbeit noch einmal durchgesehen und ggf. erneut überarbeitet wird.

Schülerstimmen:

Es macht mehr Spaß mit dem Tablet zu schreiben und es geht viel schneller. Außerdem wird einem ein Fehler viel schneller angezeigt und man kann ihn direkt verbessern. Wenn man ganz viele Fehler verbessert hat, sieht es trotzdem noch ordentlich aus. Man kann sich sehr gut auf seine Arbeit konzentrieren und wird nicht so schnell abgelenkt.

Ich fand die erste Arbeit mit den Tablets super, es war einfach zu schreiben, man hatte mehr Interesse an der Klassenarbeit und ich stand nicht besonders unter Druck. Es fühlte sich (für mich) an wie eine alltägliche Situation, da ich auch gerne am PC und Tablet arbeite und mich in solchen Situationen wohl fühle.

 

 

 

Sie ist gerichtet! Ist gerettet! – Tablets im Deutschunterricht

Der nächste Versuch auf dem Weg einer Konzeptionierung zukünftiger Arbeit mit Tablets in der Schule:

Faust I ist Pflichtlektüre im Deutschunterricht der Q1. Im Leistungskurs sind die Schwierigkeiten mit der Analyse des Textes allgegenwärtig: Thematik und Sprache erweisen sich als sperrig, vorsichtig ausgedrückt. Am Ende der Unterrichtsreihe soll die Arbeit mit dem Tablet einen motivierenden Alternativzugang zum Text ermöglichen: Gestik und Mimik, Gruppendynamik  bringen das Textverständnis zum Ausdruck, als Ergänzung zur sprachlichen Formulierung.

In Gruppen werden Textauszüge selbständig ausgewählt und zunächst inhaltlich, sprachlich sowie formal analysiert. Daran anknüpfend soll ein dem Schwerpunkt des Textes angemessenes Standbild produziert, überarbeitet und optimiert werden. Die Auswertung der Standbilder findet schließlich im gesamten Kurs statt, indem die Bilder über Beamer auf eine weiße Wand (hier ein IWB, außerdem notwendig: WLAN oder Router, Apple TV o. Ä.) projiziert werden. Die Schüler erörtern die Gründe für ihre Gesten und den Bildaufbau vor der Gruppe. Die Ergebnisse sind ebenso auffällig gut wie die Motivation der Schüler hoch ist: Im anschließenden Reflexionsgespräch zeigen sich klare Vorstellungen der Schüler von den Vorteilen der Tablets (Optimierbarkeit und Reproduzierbarkeit der Standbilder, selbständige Erkenntnis eigener Verbesserungsmöglichkeiten durch  den Blick auf sich selbst, mediale Aufbereitung des Fotos). Hier das Ergebnis der Gruppe, die sich für die Schlussszene aus „Kerker“ entschieden hat:

Kerker[…]
Faust:
Der Tag graut! Liebchen! Liebchen!
Margarete:
Tag! Ja, es wird Tag! der letzte Tag dringt herein;
Mein Hochzeittag sollt es sein!
Sag niemand, daß du schon bei Gretchen warst.
Weh meinem Kranze!
Es ist eben geschehn!
Wir werden uns wiedersehn;
Aber nicht beim Tanze.
Die Menge drängt sich, man hört sie nicht.
Der Platz, die Gassen
Können sie nicht fassen.
Die Glocke ruft, das Stäbchen bricht.
Wie sie mich binden und packen!
Zum Blutstuhl bin ich schon entrückt.
Schon zuckt nach jedem Nacken
Die Schärfe, die nach meinem zückt.
Stumm liegt die Welt wie das Grab!
Faust:
O wär ich nie geboren!
Mephistopheles (erscheint draußen) :
Auf! oder ihr seid verloren.
Unnützes Zagen! Zaudern und Plaudern!
Mein Pferde schaudern,
Der Morgen dämmert auf.
[…]
Margarete:
Gericht Gottes! dir hab ich mich übergeben!
Mephistopheles (zu Faust):
Komm! komm! Ich lasse dich mit ihr im Stich.
Margarete:
Dein bin ich, Vater! Rette mich!
Ihr Engel! Ihr heiligen Scharen,
Lagert euch umher, mich zu bewahren!
Heinrich! Mir graut’s vor dir.
Mephistopheles:
Sie ist gerichtet!
Stimme (von oben):
Ist gerettet!

(aus J. W. v. Goethe: Faust I, VV. 4579 – 4612)