Moderne Gedichte visualisieren – Lyrik in der Q2

 

Die Schülerinnen und Schüler meiner Kurse in der Oberstufe sind die Arbeit mit digitalen Medien gewohnt. Ein Thinglink oder ein Video zu produzieren, ist für sie nichts Neues, die kooperative Arbeitsplattform Wiki ist ihnen ebenso geläufig.

Im Anschluss an die klassische Textanalyse von Gedichten im Rahmen der Unterrichtsreihe „Unterwegs sein – Lyrik von der Romantik bis zur Gegenwart“ hatten die SuS zwei Wochen Zeit, die Hauptaussagen eines der vorgelegten Gedichte des 21. Jahrhunderts (Nick: Hinterlassenschaft, Roher: Glaubensbekenntnis, Gintrowski: bist du sahne, Maas: waffenschau, Leisten: Am Ende und Verheißung, Crauss.: die angst in person, Dove: Gott gemäß Google, mit den filmischen Möglichkeiten des Mediums Video darzustellen.

Zur Vorbereitung sollten sie zunächst die Hauptaussagen (sowie die formalen Aspekte und rhetorischen Mittel) des ausgewählten Gedichts gemeinsam erarbeiten. Diese sowie die Organisation ihres Arbeitsprozesses und dessen Dokumentation wurden auf einem Pad – einem kooperativ zu erstellenden Text- und Bilddokument – fixiert, das auch Teil der Bewertung war.

Die Bewertung der Videos wurde von allen Schülerinnen und Schülern, die sich in ihren Arbeitsgruppen abstimmten, vorgenommen, wobei im Vorhinein die individuellen Arbeitsanteile angegeben wurden.

Das vorliegende 1. Beispiel eines gut gelungenen Videos (Crauss.: die angst in person) habe ich aus datenschutzrechtlichen Gründen um die erste Hälfte, die Aussagen von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern zum Thema Angst enthielten, gekürzt. Es war eindrucksvoll mitzuerleben, wie engagiert, mit wie viel Herzblut und wie motiviert die Schülerinnen (es handelte sich ausschließlich um -innen) die Umsetzung (Inhalte, Location, Licht, Ton, Symbolik, Betonung des Textes, usw.) der von ihnen erarbeiteten Aussagen des Gedichts diskutierten und schließlich realisierten.

Im vorliegenden 2. Beispiel (Leisten: Verheißung) gingen die Schülerinnen (auch hier: ausschließlich -innen) anders vor: Zunächst erbaten und erhielten sie das Audio des Autors, der seinen Text selbst vortrug, anschließend visualisierten sie die Ergebnisse ihrer analytischen Vorarbeit auf unterschiedliche Weise.

In der abschließenden Reflexion zeigten sich alle SuS begeistert von dieser kreativen Arbeitsphase. Über die reine Textarbeit, die Zentrum der Lyrik-Unterrichtsreihe war, hinaus ergeben sich folgende erweiterte Lernziele:

  • SuS beschäftigen sich intensiv mit den Textaussagen auf inhaltlicher, formaler und sprachlicher Ebene.
  • SuS elementarisieren ihre Analyseergebnisse.
  • SuS kommunizieren und organisieren ihren Arbeitsprozess von der Planung über die Produktion bis hin zur Präsentation.
  • SuS erlernen und wenden filmische Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten (Medienkompetenzen: Aufnahme – Schnitt – Licht/Ton/Sprache – Recherche – Urheberrechte, Zielgruppenorientierung).
  • SuS entwickeln ihre kreativen Fähigkeiten, ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber Medienangeboten.
  • SuS diskutieren und bewerten die Videos anhand vorgegebener Kriterien.
  • SuS reflektieren ihren Lernprozess.
  • MOTIVATION!

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise in der entsprechenden Fortbildung.

„Nathan“ im Deutschunterricht der Q1 – Kombi klassisch / digital-kreativ

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Strukturell unterschiedliche Dramen aus unterschiedlichen historischen Kontexten – u.a. Nathan der Weise (G. E. Lessing) – eine obligatorische Vorgabe fürs Zentralabitur NRW Deutsch 2021.

An unserer Schule (Bischöfliches Clara-Fey-Gymnasium Schleiden) steht dieses Thema im 1. Quartal des 1. Halbjahrs der Q1 auf dem Programm.

Ich arbeite mit den SchülerInnen überwiegend mit digitalen Geräten (Handy/Tablets im Unterricht, PC/Laptop zu Hause) – Grundlage unserer Arbeit ist ein Projektwiki der ZUM.Diese gemeinsame Arbeitsplattform im Netz kann durch ihre Transparenz Lernen und Lehren stark verändern: weg vom Einzelkämpfertum hin zu projektartigen Lernsettings, die, ganz „nebenbei“, noch zahlreiche Medienkompetenzen vermitteln können. Außerdem habe ich als Lehrer die beste Grundlage zur sachgerechten Beurteilung der SchülerInnenleistungen.

Solange wir uns im Rahmen herkömmlicher Prüfungsbedingungen befinden, die, ungeachtet der „Kultur der Digitalität“ (F. Stalder), wie vor Jahrzehnten (ungeachtet ebenso digitaler, erweiterter didaktischer Möglichkeiten) aus einer individuell, in vorgegebener Zeit, unter Einhaltung klarer Aufgabenstellungen und Regelungen, mit Stift und Papier und auf dem Hintergrund standardisierter Erwartungen zu erbringenden  Leistung besteht, führt kein Weg an der verantwortlichen Vorbereitung der SchülerInnen auf diese Prüfungsform vorbei. M.E. bedeutet das die Anfertigung mindestens mehrerer Analysen (Vereinbarung unserer Fachschaft) in klassischer Form, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte, wobei das Wiki den SchülerInnen immerhin kooperative Arbeitsformen, Feedback etc. ermöglicht.

In dieser UR habe ich erneut eine Kombination klassischer Textanalyse mit digital-kreativen Elementen versucht:

Lernziele: SuS

  • kennen das Drama (Lektüre, Anfertigen einer Inhaltsangabe, Besprechung), ggf. unter Hinzuziehung der Verfilmung (1967)
  • arbeiten gemeinsam auf einem ZumPad, vergleichen ihre Lösung mit solchen im Netz (Links s. Wiki)
  • analysieren zentrale Textstellen
  • setzen sich mit der Epoche der Aufklärung auseinander, u.a. mit Hilfe eines Audios sowie mit Kants Was ist Aufklärung?
  • erarbeiten Nathan als Drama der Aufklärung
  • geben sich (auf dem Wiki) gegenseitig Peer-Feedback
  • erkennen den Prozesscharakter des Internets (Überarbeitung ihrer Texte mit Hilfe der Feedbacks auf dem Wiki)
  • lernen das Tool Thinglink und seine Funktionen kennen und erwerben die entsprechenden Anwendungskompetenzen (ggf. mithilfe eines Tutorials)
  • wählen aus vorgegebenen Themen sowie möglichen PartnerInnen aus
  • entscheiden sich ggf. für ein selbst gewähltes Thema
  • intensivieren ihre Auseinandersetzung mit dem Thema
  • organisieren ihre Arbeit am Thinglink selbständig auf jeweils einem Pad (Beispiel)
  • produzieren mit Hilfe digitaler Tools Texte, Fotos, Videos, Audios
  • diskutieren und überarbeiten ihre Rechercheergebnisse / Produktionen
  • berücksichtigen vorgegebene Kriterien zur Erstellung des Thinglinks
  • präsentieren ihr Thinglink vor dem Kurs
  • bewerten die Thinglinks gemeinsam online
  • entwickeln ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber unterschiedlichen Medienangeboten im Netz

1. Schritt: Vorstellung und Auswahl der Themen / Bewertungskriterien:

  • Lessing: Leben (Biographie) und Zeit (Kultur, Geschichte)
  • Das klassische Drama am Bsp. von „Nathan der Weise“ 
  • Die „Ringparabel“: konkrete aktuelle Bezüge
  • Die Figur Nathan
  • Die Figur des Patriarchen (IV, 2): Deutung/Bewertung
  • Selbst gewähltes Thema 

Bewertungskriterien

2. Schritt: Organisation der dreiwöchigen Arbeit (EA oder PA)

3. Schritt: Recherche – Produktion – Auswahl – Diskussion – Überarbeitung

4. Schritt: Auswertung der Thinglinks – Arbeitsanteile?

Beispiele:

5. Schritt: gemeinsame Bewertung der Thinglinks (online)

6. Schritt: Reflexion der Möglichkeiten der Thinglinks / der UR

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise in der entsprechenden Fortbildung.

Fangt einfach an! – Vom Smartphone zu Tabletklassen

In einem im Kölner Stadtanzeiger erschienenen Interview  bemüht sich der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, wie viele seiner KollegInnen seit Jahren, redlich auf dem Themengebiet des Einsatzes digitaler Medien, bleibt letztlich aber überraschend unsicher. Wir alle wissen, wie viel Zeit investiert werden muss, um sich auf diesem Gebiet souverän bewegen zu können. Gerade deshalb benötigen PolitikerInnen, die sicherlich nicht über diesen Zeitrahmen verfügen, kompetente BeraterInnen.

IMG_0124Abgesehen davon, dass es vielfach PolitikerInnen sind, die über die (technische) Ausstattung und somit die Schulentwicklung staatlicher Schulen entscheiden, geht es vielen LehrerInnen genau so: Die Digitalisierung schreitet voran, die Kultur der Digitalität bestimmt individuelles und gesellschaftliches Leben, und die persönliche „Auseinandersetzung“ mit dem Thema beschränkt sich oft auf die private Kommunikation über WhatsApp und ggf. Facebook.

Gleichzeitig sind mittlerweile alle unsere SchülerInnen mit dem Internet aufgewachsen – das Netz ist ihr selbstverständliches Leitmedium. Sollte es deshalb nicht das Anliegen jeder/jedes Lehrenden sein, sich in und mit diesem Medium auszukennen? Die Welt der SchülerInnen nicht zu kennen, bedeutet, sie auch im Unterricht nur noch schwer erreichen und verstehen zu können. (Das sagte mir im Übrigen schon vor 20 Jahren eine damals vor der Pensionierung stehende Kollegin, da ich mich beharrlich weigerte, PC und Internet im Unterricht einzusetzen – ein für mich wegweisender Hinweis.)

Einige Schulen sind, sowohl was die technische als auch die medienpädagogische Ausstattung und Weiterbildung angeht, voran geschritten. Selbst wenn der technische Rahmen stimmt, bedarf es darüberhinaus inhaltlicher, medienpädagogischer Fortbildungen, so dass die Potentiale digitaler Medien (u.a. Kooperation, Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken) ausgeschöpft werden können.

Die technische Ausstattung – von der medienpädagogischen Weiterbildung mal abgesehen – vieler anderer Schulen ist tief im letzten Jahrhundert stecken geblieben: Kreide, Tafel, Overheadprojektoren, CD-Spieler bestimmen das Bild. Manchmal auch White- oder Smartboards, dazu häufig Einzeltische bzw. Sitzreihen der/dem Lehrenden gegenüber. Wir alle kennen das.

Doch selbst in diesem Rahmen gibt es LehrerInnen, die einfach anfangen – und dazu möchte ich diejenigen, die Lust haben, den  Graben zwischen Lernen draußen und Lernen drinnen zu überspringen und digitale Medien in ihren Unterricht integrieren wollen, ermuntern:

FANGT EINFACH AN!

Und zwar mit den Smartphones der SchülerInnen. Selbst wenn kein WLAN vorhanden und nicht alle SchülerInnen bereit sind, ihr Datenvolumen zur Verfügung zu stellen: Einige sind es durchaus, und deren Handys können eingesetzt werden.

  1. Recherche

Die Biografie eines Schriftstellers, eine Wortbedeutung, die Einwohnerzahl eines Landes, usw.: Das Netz als Wissensspeicher, das Handy nicht nur als Spiel- und Kommunikationsgerät zu entdecken, kann ein erster Schritt sein. SchülerInnen erfahren zu lassen, wie aktuelle Informationen, z.B. über eben stattgefundene Landtagswahlen, im Netz aufzufinden sind, anschließende Quellenkritik – damit wäre schon ein weiterer Schritt getan. Anschließend könnte man z.B. differenzierte Suchstrategien besprechen.

2. Kooperation

Ebenfalls mit Schülerhandys lassen sich gemeinsame Dokumente, z.B. Texte (u.a. board.net) erstellen.

3. Feedback

Digitales Feedback ist, im Gegensatz zum analogen, einfach und schnell einzuholen und auszuwerten z.B. mit Mentimeter.

An unserer Schule haben wir zwei Jahre lang eine Tabletklasse (Jgst. 8/9) eingerichtet, um selbst Erfahrungen auf dem Gebiet des Einsatzes digitaler Medien zu sammeln. Jede/r SchülerIn arbeitete mit einem eigenen 2-in-1-Gerät, in der Schule und zu Hause.

Das Feedback der Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen fiel sehr überzeugend aus und ermutigte uns, weitere Schritte zu gehen und zusätzliche Tabletklassen einzurichten. Zukünftig werden sie flächendeckend ab der 8. Jgst. angeboten.

Schulexterne und (einjährige) -interne Fortbildungen vermitteln den KollegInnen die Kompetenzen, die sie zum Unterrichten in Tabletklassen benötigen.

Es ist eine Grundsatzfrage, ob und wann eine Diskussion zum Einsatz digitaler Medien im Kollegium stattfinden soll. Wir haben uns dafür entschieden, zunächst eigene Erfahrungen zu sammeln (s.o.), um dann auf deren Hintergrund argumentieren zu können.

Spätestens dann wird es Zeit, externe Unterstützung (z.B. Medienberater, Fachwissenschaftler, fachkundige, erfahrene KollegInnen) in die Schule einzuladen. Um den gesamten Prozess auf mehrere Schultern zu verteilen und dadurch zu einem Gesamtkonzept für die Schule zu gelangen, ist es darüber hinaus wichtig, fachlichen Input (fachbezogene oder fächerübergreifende Fortbildungen) für die weitere Schulentwicklung auf diesem Gebiet durchzuführen. Hier bieten sich z.B. ein Vortrag mit anschließender Diskussion, Barcamp-Sessions erfahrener KollegInnen, die anderen digitale Tools vorstellen, o.Ä. an.

Chat als Verständnishilfe biblischer Texte

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Die folgende Unterrichtsreihe ist in Kooperation mit dem Simon Hesselmann (Pastoralassistent) durchgeführt worden, dem ich an dieser Stelle noch einmal herzlich danke.

Sich in die Figuren einer biblischen Erzählung zu versetzen gehört in vielfältigen Formen (auch) zur Didaktik des Religionsunterrichts, wenn es um das Verständnis bibl. Texte geht. Zu den für Jugendliche geläufigen, alltäglichen Kommunikationsformen gehören Messenger, allen voran WhatsApp, die einen großen Teil ihrer Handynutzung ausmachen. Ihre „Medienkompetenzen“ beschränken sich nicht selten – neben der Beschäftigung mit YouTube – auf deren Anwendung. Klassen-, Familien- und Freundesgruppen, Emojis, GIFs, Sprachnachrichten: Die Funktionen der Messenger sind überschaubar und werden vielfältig, oftmals kreativ, eingesetzt.

Trotz der Altersbeschränkung von WhatsApp (16 Jahre) verwenden viele jüngere Schülerinnen und Schüler diesen Messenger. Aus naheliegenden Gründen haben wir mit unseren jüngeren Schülerinnen und Schülern (12/13 Jahre, Klasse 7) einen alternativen, datenschutzkonformen Messenger (Signal) verwendet, dessen Funktionsumfang dem von WhatsApp nahe kommt.

Die SuS  der Tabletklasse 7 arbeiten in allen Fächern mit ihren 2-in-1-Geräten, Grundlage unserer Arbeit ist ein Wiki. Im Rahmen der UR „Gottesbilder“ geht es an dieser Stelle um das „Gleichnis vom barmherzigen Vater“ (Lk 15,11-32), in dessen Verlauf Jesus sein Gottesbild entfaltet.

Zielgruppen: SchülerInnen Kl. 7 – 9

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Kontext: Unterrichtsreihe zum Thema Gottesbilder.  Zuvor hatten die SuS mit Hilfe des Präsentations-Tools Thinglink unterschiedliche Bilder (der bildenden Kunst) von Gott bearbeitet und präsentiert.

Lernziele: Die SuS

  • analysieren und aktualisieren biblische Texte, indem sie sich in die Figuren hineinversetzen und aus deren Perspektive einen Chat gestalten
  • kommunizieren mithilfe eines Messengers (von der Planung und Recherche über die Produktion bis hin zur Präsentation)
  • lernen  filmische Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten und wenden sie an
  • entwickeln ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber unterschiedlichen Medienangeboten
  • erläutern (eigene) Vorstellungen von Gott bzw. ihre diesbezüglichen Schwierigkeiten, finden Gemeinsamkeiten / Unterschiede zu Vorstellungen anderer, bringen sie in einen Bezug zueinander
  • vergleichen die Realisationen unterschiedliche Chatverläufe miteinander
  • lernen den Messenger Signal, seine Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten kennen und erwerben die entsprechenden Anwendungs- und Reflexionskompetenzen
  • arbeiten kooperativ auf entsprechenden Dokumenten
  • präsentieren ihren Chat vor der Klasse
  • bewerten die Chats gemeinsam online
  • beurteilen Möglichkeiten und Grenzen von Chats

1. Schritt: Klassisch-analoge Bearbeitung von Lk 15,11-32 (lesen / hören)unter der Fragestellung „Was wird von Gott (vom Vater) erzählt?“ auf kooperativer Wiki-Plattform  – Sicherung der Ergebnisse

2. Schritt: Arbeitsteilige Bearbeitung des Textes: Arbeite heraus, was das Gleichnis anhand des (jeweiligen) Sohnes (jeweils) über die Menschen und darüber erzählt, wie die Menschen mit der von Gott geschenkten Freiheit umgehen. Ergebnisse auf dem Wiki.

3. Schritt: Vorstellung des Konzepts Familienchat, Einführung des Messengers, Überlegungen zur Umsetzung

4. Schritt: Erarbeitung wichtiger Kriterien:

  • Im Chat findet die „Hintergrundhandlung“ statt: Gechattet wird in den Momenten zwischen den Situationen, die bereits im Text stehen.
  • Akteure drücken sich ihrem Charakter und Alter entsprechend aus.
  • Bei welcher Nachricht wird welches Medium (Text, Bild, Video, Audio, GIF, …) verwendet? – Variation der Medien
  • realistischer Inhalt
  • formale Korrektheit

5. Schritt: Gruppenarbeit: ein Skript anlegen: Beispiel 

6. Schritt: Überarbeitung der Skripte

7. Schritt: Erstellung des Chats

8. Schritt: Erstellung eines Bildschirmvideos (z.B. App „AZ Screen Recorder“): Führt die Betrachtenden anhand der Aufnahme durch den Chat! Ggf. die Aufnahmen schneiden (z.B. MovieMaker)

9. Schritt: Auswertung der Chats: Beispiel 1 / Beispiel 2 – gemeinsame Bewertung online 

10. Schritt: Reflexion der UR

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise, insbesondere zur Anfertigung  des Chats in der Fortbildung!

 

 

 

Ganzschrift im DU Kl. 7 – Kombi klassisch / digital-kreativ

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Im 2. Halbjahr der 7. Klasse besprachen wir in unserer Tabletklasse Thomas Feibels Like me. Zum Inhalt (aus dem Klappentext):

So jemanden wie Jana hat Karo noch nie getroffen. Die Neue in ihrer Klasse sieht nicht nur toll aus, sie hat den Dreh auch voll raus. Keine andere an der Schule ist im sozialen Netzwerk ON so beliebt wie sie. Und jetzt ist Jana auch noch drauf und dran, die Moderatorin der ON SHOW zu werden. Was Jana kann, kann sie schon lange, findet Karo, und liefert sich mit ihr einen gnadenlosen Kampf um die fehlenden ON-Sympathiepunkte. Doch plötzlich wird aus dem harmlosen Spiel bitterer Ernst …

Die SuS  der Tabletklasse arbeiten in allen Fächern mit ihren 2-in-1-Geräten, Grundlage unserer Arbeit ist ein Wiki. Am Ende der UR stand folgende Klassenarbeit (kreativer Schreibauftrag zu einem literarischen Text):

1. Bearbeite das Kapitel „Wir müssen kreativer werden“, S. 32f., indem du Wichtiges markierst und dir ggf. Notizen machst (10-15 Min.)!

2. Stelle dir vor, Ivo könnte das von Karo geschilderte Gespräch in der S-Bahn hören/sehen. Formuliere einen inneren Monolog (im Anschluss an das Kapitel), der seine Gedanken dazu widerspiegelt (30-40 Min.)!

3. Korrigiere deinen Text noch einmal (10 Min.), und sende ihn mir anschließend per Mail!

Diese Klassenarbeit – ebenfalls eine Kombination aus klassisch-analoger sowie digitaler Arbeit – machte die Hälfte der Gesamtnote aus, die andere Hälfte ergab sich aus der Produktion eines Videos. Die Arbeit daran konnte wahlweise in EA, PA oder GA (max. 3 Personen) stattfinden. Grundlage des Videos sollte ein wichtiges Kapitel der Lektüre sein, dessen Hauptaussagen dargestellt werden sollten. Mit der Anfertigung eines Videos waren die SuS bereits vertraut – folgende Bewertungskriterien waren zu beachten:

  • Ist das ausgewählte Kapitel ein wichtiges im Kontext der Lektüre?
  • Werden die Hauptaussagen des Kapitels im Video angemessen dargestellt?
  • Wie ist das Video insgesamt (Inhalt, Aufnahme, Licht, Ton, Schnitt) zu bewerten?

Lernziele: SuS

  • kennen den Roman (Lektüre, Anfertigen einer Inhaltsangabe, Besprechung)
  • analysieren zentrale Textstellen
  • versetzen sich in die Situation exemplarischer Figuren und formulieren ihre Gedanken in einem inneren Monolog
  • geben sich (auf dem Wiki) gegenseitig Peer-Feedback
  • erkennen den Prozesscharakter des Internets (Überarbeitung ihrer Texte mit Hilfe der Feedbacks auf dem Wiki)
  • vertiefen ihre Kenntnisse zur Anfertigung eines Videos und erwerben die entsprechenden Medienkompetenzen
  • intensivieren ihre Auseinandersetzung mit einem Thema
  • organisieren ihre Arbeit selbständig und effizient
  • produzieren mit Hilfe digitaler Geräte und Programme das Video
  • diskutieren und überarbeiten ihre Produktionen
  • präsentieren ihr Video vor der Klasse
  • bewerten das Video gemeinsam
  • entwickeln ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber Medienangeboten im Netz

1. Schritt: Lektüre (gemeinsam in der Schule und zu Hause)

2. Schritt: Verfassen einer Inhaltsangabe

3. Schritt: Verfassen eines exemplarischen inneren Monologs

4. Schritt: Auswahl der Kapitel für das Video / Vorgabe der Bewertungskriterien

5. Schritt: Organisation der Arbeit auf einem ZumPad

6. Schritt: Produktion des Videos

7. Schritt: Auswertung 

Beispiel eines gelungenen Videos

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise in der entsprechenden Fortbildung

 

Erzähltexte (Kleists „Marquise …“, Hermanns „Sommerhaus, …“) im DU der Q1 – Kombi klassisch / digital-kreativ

Screenshot (40)Strukturell unterschiedliche  Erzähltexte aus unterschiedlichen historischen Kontexten, u. a. als epische Kurzformen: „Die Marquise von O….“ (H. v. Kleist), „Sommerhaus, später“ (J. Hermann) – eine obligatorische Vorgabe fürs Zentralabitur NRW Deutsch 2020.

An unserer Schule (Bischöfliches Clara-Fey-Gymnasium Schleiden) steht dieses Thema im 2. Quartal des 2. Halbjahrs der Q1 auf dem Programm.

Ich arbeite mit den SchülerInnen überwiegend mit digitalen Geräten (Handy im Unterricht, PC/Laptop zu Hause) – Grundlage unserer Arbeit ist ein Wiki.

Solange wir uns im Rahmen herkömmlicher Prüfungsbedingungen befinden, die, ungeachtet der „Kultur der Digitalität“ (F. Stalder), wie vor Jahrzehnten (ungeachtet ebenso digitaler, erweiterter Möglichkeiten) aus einer individuell, in vorgegebener Zeit, unter Einhaltung klarer Aufgabenstellungen und Regelungen, mit Stift und Papier und auf dem Hintergrund standardisierter Erwartungen zu erbringenden  Leistung besteht, führt kein Weg an der verantwortlichen Vorbereitung der SchülerInnen auf diese Prüfungsform vorbei. M.E. bedeutet das die Anfertigung mindestens mehrerer Sachtext-Analysen (Vereinbarung unserer Fachschaft) in klassischer Form, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte, wobei das Wiki den SchülerInnen immerhin kooperative Arbeitsformen ermöglicht.

In dieser UR habe ich erneut eine Kombination klassischer Textanalyse mit digital-kreativen Elementen versucht:

Lernziele: SuS

  • kennen die beiden Erzählungen (Lektüre, Anfertigen einer Inhaltsangabe, Besprechung)
  • arbeiten gemeinsam auf einem ZumPad
  • analysieren zentrale Textstellen
  • analysieren Sachtexte zu den Erzählungen
  • geben sich (auf dem Wiki) gegenseitig Peer-Feedback
  • erkennen den Prozesscharakter des Internets (Überarbeitung ihrer Texte mit Hilfe der Feedbacks auf dem Wiki)
  • lernen das Tool Thinglink, seine Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten kennen und erwerben die entsprechenden Anwendungskompetenzen
  • intensivieren ihre Auseinandersetzung mit einem Thema
  • organisieren ihre Arbeit am Thinglink effizient
  • produzieren mit Hilfe digitaler Tools Texte, Fotos, Videos, Audios
  • diskutieren und überarbeiten ihre Rechercheergebnisse / Produktionen
  • berücksichtigen vorgegebene Kriterien zur Erstellung des Thinglinks
  • präsentieren ihr Thinglink vor dem Kurs
  • bewerten die Thinglinks gemeinsam online
  • entwickeln ästhetische Wahrnehmungsfähigkeiten und kritisches Bewusstsein gegenüber unterschiedlichen Medienangeboten im Netz

1. Schritt: Vorstellung und Auswahl der Themen / Bewertungskriterien:

  • Kleist: Leben und Zeit
  • wenn du kommst – zur Darstellung von Paarbeziehungen in Sommerhaus, später (unter besonderer Berücksichtigung der Z. 285-308)
  • Figurenvergleich Ich-Erzählerin – Marquise
  • Die Figur Stein in Sommerhaus, später
  • Die Figur der Ich-Erzählerin in Sommerhaus, später

Bewertungskriterien

2. Schritt: Organisation der dreiwöchigen Arbeit (PA oder GA)

3. Schritt: Recherche – Produktion – Auswahl – Diskussion – Überarbeitung

4. Schritt: Auswertung der Thinglinks – Arbeitsanteile?

Beispiele:

  • Kleist – Leben und Zeit:

https://www.thinglink.com/scene/1197791777688387587

  • Sommerhaus, später: Die Figur der Ich-Erzählerin

https://www.thinglink.com/scene/1197793486795964420

5. Schritt: gemeinsame Bewertung der Thinglinks (online)

6. Schritt: Reflexion der Möglichkeiten der Thinglinks / der UR

Erläuterungen, Materialien, weitere Hinweise in der entsprechenden Fortbildung.

 

Erfahrungsbericht eines Siebtklässlers nach einem Jahr Tabletklasse

Erfahrungsbericht eines Siebtklässlers nach einem Jahr Tabletklasse: https://t.co/vFEWCM4prL